25.02.2026 | Online Lecture: Gender Equality Policy in Germany – How Gender Research leads to Gender Equality

Datum: Mittwoch, 25. Februar 2026, 17 Uhr
Ort: online
Veranstalterin: Pettenkofer School of Public Health der LMU München


Der Lehrstuhl für Public Health and Health Services Research bietet im Wintersemester 2025/26 erstmals die Online-Vorlesungsreihe „Sex and Gender in Public Health and Medicine“ an.

Sie vermittelt eine interdisziplinäre Einführung in zentrale Konzepte, Fragestellungen und methodische Ansätze der geschlechtersensiblen Gesundheitsforschung. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Zusammenspiel von biologischem und sozialem Geschlecht (Sex und Gender) und weiteren Dimensionen sozialer Ungleichheit in Bezug auf Gesundheit, Krankheit und medizinische Versorgung.

Dr. Katharina Jacke, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bereiches Gleichstellungsberichte, ist am Mittwoch, dem 25. Februar, mit ihrem Vortrag „Gender Equality Policy in Germany – How Gender Research leads to Gender Equality“ Teil der Reihe und gibt Einblicke in die Rolle der Geschlechterforschung für Gleichstellungspolitiken in Deutschland.


Zur Webseite der Vorlesungsreihe.

Zum Programm.

Fachforum „Zukunft braucht neue Räume – wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt“

Antifeministische Angriffe nehmen zu: 2024 wurden in Deutschland mehr als zehn gegen Frauen gerichtete Vorfälle pro Woche dokumentiert – von Bedrohungen über Sachbeschädigungen bis hin zu Gewalt. Frauen sollen durch solche Angriffe mundtot und unsichtbar gemacht werden. Vor allem durch Shitstorms und sexistische Posts und Kommentare.

Diese Entwicklung setzt zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend unter Druck, insbesondere weibliches Ehrenamt. Wie können Räume geschaffen und gesichert werden, die Frauen stärken statt abzuschrecken? Und welche Rolle spielen Kommunen, Zivilgesellschaft und Politik dabei, sichere und frei zugängliche Ort für Frauen zu erhalten und weiterzuentwickeln, da gerade in ländlichen Regionen oft Rückzugsräume und Unterstützungsstrukturen fehlen?

Diese Herausforderung stand im Mittelpunkt einer Diskussion auf dem 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung, zu der der Bereich Gleichstellungsberichte der Bundesstiftung Gleichstellung, die BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen sowie der Deutsche Landfrauenverband (dlv) eingeladen hatten.

Deutlich wurde: Antifeminismus ist kein Randphänomen, sondern wirkt gezielt in demokratische Strukturen hinein. Darauf wies Sabine Herberth, Leiterin der Fachstelle für Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, hin. Antifeminismus sei keine Kritik an einzelnen feministischen Positionen, sondern eine politische Haltung und Mobilisierungsstrategie, die Gleichstellung, sexuelle Selbstbestimmung und Vielfalt delegitimiert.

Den wissenschaftlichen Blick ergänzte Prof. Dr. Brigitte Wotha, Sachverständige für den Vierten Gleichstellungsbericht. Sie stellte Ergebnisse aus dem Vierten Gleichstellungsbericht „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ vor und verwies auf erfolgreiche Beispiele geschlechtergerechter Regionalentwicklung, in denen multifunktionale Räume kürzere Wege ermöglichen, die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit verbessern und Vernetzung sowie Mitgestaltung stärken.

Auf dem Podium diskutierten Petra Bentkämper, Präsidentin des dlv, Anna Drosdowska, Vorständin von Wir Sind Fella e. V., Elke Quandt, kommunalpolitische Multiplikatorin des Projekts Frauen.Vielfalt.Politik, sowie Prof. Dr. Brigitte Wotha. Moderiert wurde die Veranstaltung von Katja Henze, Bundessprecherin der BAG, und Sarah Koops, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des dlv.

Klarer Appell an die Politik: Verlässliche Finanzierung, ausreichende Zeitressourcen und Gleichstellung als verbindliche Querschnittsaufgabe sind Voraussetzung dafür, dass weibliches Engagement – gerade im ländlichen Raum – wirksam und sichtbar bleibt.


Die Aufzeichnung des Fachforums „Zukunft braucht neue Räume – wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt“ ist demnächst online abrufbar: www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de.

 

Weiterführende Links

19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung

LAND: Raum für Zukunft

Datum: Mittwoch, 21. Januar 2026, 12-18:30 Uhr / Donnerstag, 22. Januar 2026, 8:30-14:45 Uhr
Ort: City Cube Berlin, Messedamm 26, 14055 Berlin
Veranstalterin: Bundesministerium für Landschaft, Ernährung und Heimat


 

Mit dem Zukunftsforum Ländliche Entwicklung bietet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) seit 2008 eine Plattform für Diskussion, Austausch und Vernetzung.

Das 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung im Januar 2026 widmete sich dem Thema: Flächen und Gebäude in ländlichen Räumen klug nutzen – Heimat gemeinsam gestalten. In 31 Fachforen und einem Markt der Möglichkeiten ging es darum, wie ländliche Räume attraktiv und zukunftsfähig gestaltet werden können.


 

Auch wir waren dabei: Gemeinsam mit dem Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv) und der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) gestalteten wir ein Fachforum mit dem Titel:

„Zukunft braucht neue Räume – wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt“

Wann: 22. Januar 2026, 11:15 – 12:45

Teaser: Wie können ländliche Regionalentwicklung und lokale Akteurinnen und Akteure gemeinsam Ermöglichungsräume für weibliches Engagement und Teilhabe stärken? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Fachforums. Dabei wurden Perspektiven aus Regionalentwicklung, Gleichstellungspolitik und zivilgesellschaftlichem Engagement zusammengedacht. Denn wachsende antifeministische Tendenzen schwächen weibliches Engagement zunehmend – insbesondere in Politik und Ehrenamt.

Vor dem Hintergrund des Vierten Gleichstellungsberichtes der Bundesregierung mit dem Titel „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation” wurden raumplanerische Potenziale diskutiert . In zwei einführenden Keynotes wurden zunächst die Ergebnisse aus dem Gleichstellungsbericht sowie die aktuellen Herausforderungen für weibliches Engagement in ländlichen Räumen skizziert. Anschließend wurden Erfahrungen und Best Practices mit den Teilnehmenden vor Ort sowie verschiedenen Podiumsgästen aus Wissenschaft und Praxis diskutiert. Ziel war es, zu zeigen, wie aus raumplanerischen Erkenntnissen gelebte Räume der Gleichstellung werden können.

Referent*innen:

Impulse:

  • Sabine Herberth, Amadeu Antonio Stiftung, Fachstelle für Gender, GMF und Rechtsextremismus
  • Dr. Brigitte Wotha, Mitglied der Sachverständigenkommission für den Vierten Gleichstellungsbericht

Podium:

  • Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes
  • Anna Drosdowska, Vorständin Wir sind Fella e.V.
  • Elke Quandt, Kommunalpolitische Multiplikatorin des Projekts „Frauen. Vielfalt. Politik“
  • Dr. Brigitte Wotha, Mitglied der Sachverständigenkommission für den Vierten Gleichstellungsbericht

Moderation:

  • Katja Henze, Bundesprecherin BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen
  • Jutta Kuhles, Präsidium Deutscher LandFrauenverband

Die Aufzeichnung des Fachforums „Zukunft braucht neue Räume – wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt“ ist demnächst online abrufbar: www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de.

Weiterführende Links

Webinar – Caring Cities – Caring Communities

6. Webinar des GenderArchland-Netzwerk: Caring Cities – Caring Communities aus räumlicher Sicht – Teil 2

Datum: Montag, 24. November 2025, 17:00 bis 19:15 Uhr
Ort: Online
Veranstalterin: GenderArchland

Die Veranstatung wurde in Fortsetzung des 4. Webinars vom November 2024 zum Thema „Caring Cities – Caring Communities aus räumlicher Sicht“ durchgeführt. Es fand am 24. November 2025 von 17:00 bis 19:15 Uhr statt.

Diesmal stand die räumliche Perspektive ebenso wie die planerische Umsetzung des Caring Konzepts im Mittelpunkt. Nach einer kurzen Einführung von Barbara Zibell ins Thema „Care-Arbeit räumlich denken“ referierten:

  1. Francesca Göppner und Doris Damyanovic aus der Masterthesis  „What makes a Caring City?“ zum Fallbeispiel Stadterweiterung Wien Aspern
  2. Anne Keiffenheim und Sarah Bauer aus ihrer Masterthesis  „Die emanzipierte Stadt – (k)eine Utopie?“ zum Fallbeispiel City Center Leverkusen
  3. Ines Lüder aus ihrem Seminar an der HAWK  „Wege zur Caring City“ zum Fallbeispiel Stadtquartiere in Hildesheim

Fachtagung des BMBFSFJ zum Vierten Gleichstellungsbericht

Was haben Politikfelder wie Energieerzeugung, Bauen und Wohnen, Mobilität, Stadtplanung, Ernährung, Landwirtschaft oder Gesundheit mit Geschlecht zu tun? Wie können angesichts des Klimawandels dringend notwendige ökologische und gesellschaftliche Veränderungen geschlechtergerecht realisiert werden?

Darüber diskutierten am 17. November über 100 Teilnehmende der Fachtagung zum Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte zu dieser Tagung Expert*innen aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft in das Konferenzzentrum in der Mauerstraße nach Berlin eingeladen.

Eröffnet wurde die Tagung durch die Staatssekretärin im BMBFSJ, Dr. Petra Bahr. Sie wies darauf hin, dass die sozial-ökologische Transformation unser Leben von Grund auf verändere. Das betreffe die Art und Weise, wie wir arbeiten, wie wir bauen und wohnen, wie wir uns fortbewegen und was wir essen. Dabei zeige der Vierte Gleichstellungsbericht, dass jeder Aspekt der Klimakrise, jeder Baustein der sozial-ökologischen Transformation geschlechterrelevant ist. Ein Beispiel dafür sei die Verkehrsplanung, die autogerechte Infrastrukturen und Wege zur Arbeit bevorzugt, aber Eltern bei ihren Rad- oder Fußwegen vernachlässigt.

„Mit der sozial-ökologischen Transformation widmet sich der Vierte Gleichstellungsbericht einem wichtigen Zukunftsthema. Der Klimawandel trifft Frauen, einkommensarme und andere strukturell benachteiligte Menschen besonders hart. Der Bericht zeigt: alle Politikfelder brauchen einen schärferen Blick auf Gleichstellungsfragen. Nur so sind gerechte Chancen, gleiche Zugänge zur Verbesserung der Lebenslage und faire Teilhabe mehr als ein Lippenbekenntnis. Der Vierte Gleichstellungsbericht gibt gute Hinweise darauf, was auf dem Weg dahin schon erreicht und was noch zu tun ist.“ – Dr. Petra Bahr 

Dr. Ulrike Spangenberg, Leiterin des Bereichs Gleichstellungsberichte in der Bundesstiftung Gleichstellung, führte in einem Keynote-Vortrag in den Vierten Gleichstellungsbericht ein. Sie stellte die besondere Rolle und Verantwortung des Staates für gleichstellungsorientierte sozial-ökologische Transformationsprozesse heraus. Die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung der Geschlechter, das Sozialstaatsprinzip und die Verpflichtung des Staates, die Klimaziele einzuhalten, verpflichte den Staat, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehöre zum Beispiel ein klimafreundlicher und bedarfsgerechter öffentlicher Nahverkehr oder aber gleichstellungsgerechte Förderprogramme für Sanierungen im Gebäudebestand.

„Um die Klimaziele einzuhalten, ist ein Wandel unserer Lebens- und Wirtschaftsweisen erforderlich. Die Verantwortung dafür darf jedoch nicht individualisiert werden. Vielmehr ist der Staat gefordert und verfassungsrechtlich verpflichtet, für strukturelle Rahmenbedingungen zu sorgen, die allen Menschen, unabhängig vom Geschlecht, Alter oder Einkommen ein klimafreundliches Verhalten ermöglichen.“ – Dr. Ulrike Spangenberg

In insgesamt zehn Workshops wurden die einzelnen Handlungsfelder und zahlreiche Handlungsempfehlungen des Vierten Gleichstellungsberichts diskutiert. Zum Beispiel die Einführung eines Bundesmobilitätsgesetzes, das Klimaschutz und Geschlechtergerechtigkeit als wesentliche Ziele berücksichtigt oder regionale Projekte zur Kreislaufwirtschaft, die direkt an den Alltagserfahrungen der Menschen ansetzen. Zudem wurde das Instrument des Gleichstellungs-Checks anhand des Klimaanpassungsgesetzes vorgestellt und es ging darum, wie Kommunen geschlechtersensibel zur Energiewende beraten können.

Thema des abschließenden Podiums war die Transformation des Arbeitsmarktes mit Blick auf Geschlechterverhältnisse und Klimawandel. Dr. Peter Bleses vom Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität und Arbeitnehmerkammer Bremen und Mitglied in der Sachverständigenkommission des Vierten Gleichstellungsbericht, Monika von Palubicki vom Deutschen Frauenrat, Olivia Trager von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Anja Weusthoff von den DGB-Frauen diskutierten über Arbeitsplatzverluste in der Industrie, die Aufwertung von Dienstleistungsberufen, Arbeitszeitverkürzungen und Tarifbindung

Wir danken allen Mitwirkenden für die gelungene Veranstaltung.

 

Link zur Aktuelles-Meldung des BMBFSFJ.

Link zum Programm der Fachtagung.

Link zu den Präsentationen der Fachtagung.

„Gender & Klima“ – Klima-Allianz Deutschland

Datum: Donnerstag, 06. November 2025, 10-11:30 Uhr
Ort: online
Veranstalterin: Klima-Allianz Deutschland

Geschlechtergerechtigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für eine sozial gerechte und erfolgreiche Klimapolitik. Der Vierte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung zeigt diesen Zusammenhang auf und analysiert, welche Herausforderungen und Lösungen sich daraus für Klimapolitiken ergeben.

In ihrem Netzwerktreffen diskutierte und beleutete die Klima-Allianz Deutschland die Handlungsempfehlungen des Berichts und debattierte, wie gemeinsam diese Empfehlungen stärker in den politischen Raum getragen und in der Praxis verankert werden können.

Agenda des Treffens:

  • Vorstellung des Vierten Gleichstellungsberichts: Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation
    Dr. Ulrike Spangenberg, Leitung der Geschäftsstelle für den Vierten Gleichstellungsbericht, Bundesstiftung Gleichstellung
  • Impuls: Wie können wir eine geschlechtergerechte Klimapolitik voranbringen?
    Martina Bergk, Geschäftsführerin LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit e.V. und Mitglied im Sprecher*innenrat der Klima-Allianz Deutschland
  • Diskussion:
    • Welche politischen und zivilgesellschaftlichen Schritte sind nötig, um die Empfehlungen umzusetzen?
    • Wie kann Klima- und Gleichstellungspolitik in der Zivilgesellschaft stärker miteinander verknüpft werden?
    • Wie kann die Klima-Allianz Deutschland als Netzwerk aktiv werden?

Gleichstellungs-Lunch zum Vierten Gleichstellungsbericht

Datum: Mittwoch, 05. November 2025, 13 Uhr
Ort: Online
Veranstalterin: Bundesstiftung GleichstellungMit dem Online-Format „Gleichstellungs-Lunch“ informiert die Bundesstiftung Gleichstellung alle 14 Tage über ihre Arbeit und aktuelle Trends aus der Gleichstellungspolitik und -forschung.

Wir laden Euch herzlich ein, in 25 Minuten Informationen und Denkanstöße für Euren Arbeitsalltag, Ehrenamt, Ausbildung oder Studium mitzunehmen. Mitarbeiter*innen der Stiftung geben jeweils um 13 Uhr Einblicke und Analysen zu aktuellen gleichstellungspolitischen Themen, relevanten Studien oder gleichstellungspolitischen Konzepten und Gesetzesvorhaben.

Bei diesem Termin stellte Dr. Katharina Jacke den Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung vor.

Informationen zur Anmeldung folgen auf der Website der Bundesstiftung Gleichstellung

Klimaschutz geschlechtergerecht gestalten

Es braucht alle für eine zukunftsorientierte Klimapolitik!

Datum: Montag, 20. Oktober 2025, 16:00 – 18:00 Uhr
Ort: münchner zukunftssalon | Goethestr. 28 | 80336 München
Veranstalter: Paritätischer Wohlfahrtsverband – Landesverband Bayern e.V.

Der Klimawandel ist nicht geschlechtsneutral. Studien zeigen, dass Frauen besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen sind und sich auch mehr Sorgen um den Klimaschutz machen. Auf der anderen Seite sind Frauen in klima­politischen Entscheidungsprozessen und Strukturen unterrepräsentiert. Anhand von zwei Inputs und einer Diskussionsrunde wurde der Frage nachgegangen, was passieren muss, damit die Perspektive von Frauen auf den Klimawandel und ihre Lebenssituation in einer zukunfstorientierten Klimapolitik mehr berücksichtigt wird.

Referent*innen:

  • Margit Berndl (Vorständin Verbands- und Sozialpolitik beim Paritätischen in Bayern)
  • Ulrike Röhr (Bauingenieurin und Dipl. Soziologin, Sachverständige für den Vierten Gleichstellungsbericht)
  • Christa Weigl-Schneider (Rechtsanwältin und Präsidentin des Vereins „Parité in den Parlamenten e.V.“)
  • Annemarie Räder (Regionalreferentin beim BUND Naturschutz)

Zur Veranstaltung auf der Webseite des Münchner Klimaherbst

Zur Veranstaltung auf der Webseite des Paritätischen Wohlfahrtsverbands

BSG on Tour in Bremen

Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation

Datum: Mittwoch, 01. Oktober 2025, 19 bis 21 Uhr
Ort: „frölichs“ im Erdgeschoss der Bremer Volkshochschule
Veranstalterin: Bundesstiftung Gleichstellung

Der Klimawandel trifft nicht alle Bevölkerungsgruppen in gleicher Weise. Frauen und andere strukturell benachteiligte Personengruppen sind besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Das liegt einerseits an bereits existierenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, die durch den Klimawandel verschärft werden, andererseits werden Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung bislang nicht automatisch geschlechtergerecht gestaltet. Hier muss Geschlecht aktiv mitgedacht und eingebunden werden. Wie kann das gelingen?

Bundesstiftung Gleichstellung on Tour in Bremen – u. a. mit:

  • Kathrin Moosdorf (Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen)
  • Prof. Dr. Silke Bothfeld (Vorsitzende der Sachverständigenkommission des Vierten Gleichstellungsberichts)
  • Daniela Ordowski (Journalistin)
  • Yvonne Zwick (Vorsitzende von BAUM e.V. – Zukunft Unternehmen)
  • Lisi Maier (Direktorin der Bundesstiftung Gleichstellung)

Das vollständige Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.

LABOR.A® 2025

LABOR.A® 2025: Gerechtigkeit – Die Konferenz zur Arbeit der Zukunft

Datum: 01. Oktober 2025, 09–21 Uhr
Ort: vor Ort in Berlin (Cafe Moskau) und online
Veranstalterin: Hans-Böckler-Stiftung

Die LABOR.A® 2025 fokussierte auf „Gerechtigkeit“ als zentralem Wert zukünftiger Arbeitswelten. Eine gerechte Gesellschaft braucht demokratische Aushandlung – gerechte Arbeitswelten fußen auf Mitbestimmungsprozessen. Im Zentrum einer gerechten Gesellschaft steht die faire Gestaltung von Arbeit. Für alle. Dafür lohnt es sich zu streiten.

Der Bereich Gleichstellungsberichte der Bundesstiftung Gleichstellung nahm mit einer eigenen Session teil:

Titel: “Geschlechtergerechte sozial-ökologische Transformation auf dem Arbeitsmarkt geht anders”:
Uhrzeit: 13:00 – 13:45
Teaser: Der Vierte Gleichstellungsbericht sieht die Gefahr, dass geschlechterbezogene strukturelle Ungleichheiten durch industrie- und technikzentrierte Transformationsstrategien verschärft werden. Im Fokus öffentlicher Debatten und staatlicher Maßnahmen stehen in erster Linie männerdominierte Branchen, wie die Strom-, Stahl- oder Automobilindustrie. Auswirkungen auf die Gleichstellung der Geschlechter in der Belegschaft werden kaum berücksichtigt. Soziale, oft frauendominierte, Dienstleistungen, etwa im Bereich von Bildung und Erziehung werden oft ganz vernachlässigt.
Wir nennen konkrete Gestaltungsansätze, wie wir aus einem verengten in ein weites Transformationsverständnis kommen: Gleichstellungsorientierte Ziele werden integraler Bestandteil der Umstellungsprozesse in emissionsintensiven Wirtschaftsbereichen. Gesellschaftlich notwendige Dienstleistungen werden als Game Changer anerkannt, weil Bildung, Erziehung und Soziales erst die Voraussetzungen für eine gelingende Transformation schaffen.
Referentinnen: Dr. Dorothea Voss, wissenschaftliche Leiterin am Institut Arbeit und Qualifikation; Dr. Zeynep Nettekoven, Dozentin für Wirtschaftswissenschaften an der Europäischen Akademie der Arbeit in der Universität Frankfurt am Main; Stefanie Geyer, Ressortleiterin Frauen und Gleichstellung IG Metall
Moderatorin: Dr. Ulrike Spangenberg, Leitung Bereich Gleichstellungsberichte der Bundesstiftung Gleichstellung

Zur Session des Bereiches Gleichstellungsberichte

Zu weiteren Informationen auf der Webseite der LABOR.A® 2025

Webinar – Welches Geschlecht hat die sozial-ökologische Transformation?

Datum: Montag, 22. September 2025, 17 bis 19:15 Uhr
Ort: Online
Veranstalterin: GenderArchland

5. Webinar des GenderArchland-Netzwerk: Welches Geschlecht hat die sozial-ökologische Transformation?

Im 4. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung ging es um die Gleichstellung der Geschlechter in der sozial-ökologischen Transformation. Klimafolgen, Klimaanpassung und Klimaschutz sind eng mit strukturellen Ungleichheiten verbunden. Sie verstärken oder mindern die Betroffenheit und die Chancen sich dem Klimawandel anzupassen oder die Folgen des Klimawandels zu mindern.

Mitglieder der Sachverständigenkommission für den 4. Gleichstellungsbericht stellten Ergebnisse zu ausgewählten Themen in dem 5. GenderArchland Webinar vor. Das Webinar fand am 22. September 2025 von 17:00 bis 19:15 Uhr statt. Es referierten: Brigitte Wotha, Fachhochschule Kiel, zu Raumentwicklung und Mobilität und Immanuel Stieß, ISOE, Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main, zu Wohnen und Energie.

 

Altmarkkonferenz – Arbeit. Gerechtigkeit. Zukunft.

Datum: Samstag, 20. September 2025, ab 10.00 Uhr
Ort: Stendal
Veranstalterin: Freiwilligen-Agentur Altmark e. V.

Soziale Nachhaltigkeit steht 2025 im Mittelpunkt der „Wochen der Nachhaltigkeit“ in der Altmark vom 18. September bis zum 8. Oktober. Am 20. September gestaltete die Freiwilligen-Agentur Altmark e. V. einen ganzen Tag zu diesem Thema. Bei der Altmarkkonferenz Sozial & Gerecht wurdeim Stendaler Landratsamt vor allem der Aspekt der Chancengleichheit beleuchtet.

Was ist und was soll soziale Nachhaltigkeit? Wie steht es mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Arbeitswelt, mit der Lohnangleichung zwischen Ost und West aber auch zwischen Stadt und Land?

Ab 13:15 Uhr war Ulrike Spangenberg, Leitung des Bereiches Gleichstellungsberichte, gemeinsam mit einer Gleichstellungsbeaufragten aus der Altmark auf einem Panel mit dem Titel „Gleichstellung in der Arbeitswelt – Utopie oder Realität?“

Ab 15.00 Uhr ließ Kabarettistin Sunna Huygen den Tag für die soziale Nachhaltigkeit mit Politik & Poesie ausklingen. Ihr aktuelles Programm „Ungestalten“ führt in den Wald, wo hinter mancher Eiche auch „patriarchales Unbehagen und undemokratische Umtriebe“ lauern. Sunna Huygen hat ursprünglich Tischlerin gelernt. Während ihrer Lehre erfuhr sie „viel über Holz und noch viel mehr über die herrschenden desaströsen Vorstellungen von Männer- und Frauenrollen“, so schreibt sie in ihrer Vita.

Die Altmarkkonferenz Sozial & Gerecht ist im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt entstanden.

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Workshop – Sozial-ökologische Transformation in Kommunen gestalten

Fachtag: In guter Gesellschaft?! Gleichstellungspolitische Chancen und Herausforderungen in Strukturwandelregionen

Datum: 18. September 2025, 13–20 Uhr
19. September 2025, 9–12:30 Uhr
Ort: Bundesstiftung Gleichstellung, Karl-Liebknecht-Straße 34, 10178 Berlin
Veranstalterin: Bundesstiftung Gleichstellung

Workshop: Sozial-ökologische Transformation in Kommunen gestalten: Gleichstellung und Klimapolitik zusammendenken

Der klimabedingte Strukturwandel stellt Kommunen vor neue Herausforderungen, da die Auswirkungen von Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung hier unmittelbar zu spüren sind. Der Workshop rückte die Frage in den Fokus, wie Gleichstellung und Klimapolitik auf kommunaler Ebene gemeinsam gedacht und gestaltet werden können. Akteur*innen aus der kommunalen Praxis stellten Beispiele vor und teilten ihre Erfahrungen. Gemeinsam diskutierten wir, wie kommunale Maßnahmen auf Geschlechtergerechtigkeit hin überprüft werden sollten, wie gegenseitiges Lernen zwischen Gleichstellungsbeauftragten und Klimaschutzexpert*innen gelingt und welche Hürden die Zusammenarbeit birgt.

Referent*innen:
Projekt Gender Mainstreaming für kommunalen Klimaschutz:
Sina Englert (Klimaschutzmanagement, Stadt Rüsselsheim),
Lina-Luise Hölter (Klimaberatungszentrum, Stadt Oldenburg),
Simone Krischke (Referat für Klima- und Umweltschutz, Landeshauptstadt München)
Moderation:
Dr. Johanna Storck (Bundesstiftung Gleichstellung)

Informationen zum Fachtag auf der Website der Bundesstiftung Gleichstellung

Fachtag GENDER & KLIMA der LAG Gleichstellung SH

Datum: 15. Juli 2025
Ort: Rendsburg, Martinshaus
Veranstalterin: LAG Gleichstellung SH (Landesarbeitsgemeinschaft der hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten in Schleswig-Holstein)

Die LAG Gleichstellung SH lud am 15.07. zum Fachtag GENDER & KLIMA ein.

Die Veranstaltung startete nach einer Begrüßung mit einem Vortrag von Ulrike Röhr (Sachverständige für den Vierten Gleichstellungsbericht) zum Thema „Gerechter & Wirkungsvoller: Kommunale Klimapolitik geschlechtergerecht gestalten. Was wir wissen, woran wir anknüpfen können“. An diesem Vortrag war die Teilnahme auch digital möglich.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause wurden folgende drei Workshops vor Ort angeboten:

  • Gendersensibler Katastrophenschutz als Aspekt der Klimafolgenanpassung (mit Lena Siemann)
  • Schnittstellen nutzen: Klimaschutz und Gleichstellung im ländlichen Raum (mit Dr. Kerrin Trimpler)
  • Vom Papier in die Praxis – Wie der Gleichstellungbericht in der Kommune wirken kann (mit Tinka Frahm)

Link zum Programm

Der Vierte Gleichstellungsbericht bei den SPD Frauen

Der Vierte Gleichstellungsbericht – so wollen wir Zukunft gestalten!

Datum: 07. Juli 2025, 18 Uhr
Ort: online
Veranstalterin: SPD FRAUEN, Bundesvorstand

Die Gleichstellungsberichte der Bundesregierung informieren regelmäßig über den Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland. Unter dem Thema: „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ widmet sich der Anfang 2025 veröffentlichte Vierte Gleichstellungsbericht dem Klimawandel und Klimapolitiken in Deutschland unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit. Die Sachverständigenkommission war damit beauftragt Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels sowie Auswirkungen umwelt- und klimapolitischer Maßnahmen auf die Geschlechterverhältnisse darzustellen, Empfehlungen zur gleichstellungsorientierten Gestaltung der ökologischen Transformation zu erarbeiten, und Empfehlungen zu Strukturen, Instrumenten und institutionellen Mechanismen für eine an Art. 3 Abs. 2 und 3 Grundgesetz orientierte Gleichstellungs-, Umwelt- und Klimapolitik zu entwickeln.

Über die zentralen Aussagen des Gutachtens, die Empfehlungen der Sachverständigenkommission und Ausblicke diskutierten wir gemeinsam mit Dr. Ulrike Spangenberg, Leiterin der Geschäftsstelle des Vierten Gleichstellungsberichts in der Bundesstiftung Gleichstellung.

Zum Teilnahmelink

Ländliche Räume im Wandel

Impulse für eine sozial-ökologische Transformation

Datum: 23. Juni 2025, 13–18 Uhr, 24. Juni 2025, 9–14 Uhr
Ort: Schumanns Garten, Promenade 11, 06667 Weißenfels

Die ländlichen Räume stehen vor großen Herausforderungen und Chancen im Kontext der sozialökologischen Transformation. Gleichstellungspolitik spielt dabei eine entscheidende Rolle, um nachhaltige und gerechte Strukturen zu gestalten. Die Konferenz „Ländliche Räume im Wandel“ bot eine Plattform für Austausch, Wissenstransfer und praxisnahe Lösungsansätze. Gemeinsam entwickelten wir Handlungsempfehlungen für die kommunale Gleichstellungsarbeit – basierend auf dem Vierten Gleichstellungsbericht.

Eine Einführung in den Bericht stellte die Leiterin des Bereiches Gleichstellungsberichte der Bundesstiftung Gleichstellung Dr. Ulrike Spangenberg in ihrem Redebeitrag vor. Sie betonte dabei die Integration einer Gleichstellungsperspektive in kommunalen Klimapolitiken. Wer den Wandel in ländlichen Regionen gestalten will, darf Gleichstellung nicht als Randthema sehen, sondern als zentralen Baustein einer nachhaltigen Entwicklung.

Ziele der Konferenz

  • Vernetzung und Austausch kommunaler Gleichstellungsbeauftragter
  • Praxisnahe Aufbereitung des Vierten Gleichstellungsberichts für die kommunale Gleichstellungsarbeit
  • Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen in interaktiven Workshops

Die Konferenz wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen organisiert und vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Zum Programm

Zum LinkedIn-Beitrag der BAG

Beitrag auf der Webseite der Stadt Weißenfels

Fachveranstaltung des Deutschen Frauenrats

Gleichstellung in Zeiten des Wandels – mit Frauen die Zukunft gestalten

Datum: 20. Juni 2025, 11:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Ort: Scandic Hotel, Gabriele-Tergit-Promenade 19, 10963 Berlin

Die Welt befindet sich im Umbruch: Digitalisierung, Klimawandel und politische Entwicklungen weltweit führen zu tiefgreifenden Veränderungen von Wirtschaft, Arbeit und Lebensrealitäten und fordern die Gesellschaft heraus. Diese Veränderungsprozesse werfen zentrale Fragen auf – mit Blick auf soziale Gerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die geschlechtergerechte Gestaltung von Veränderungen in der Arbeitswelt.

Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten wir, wie der digitale und klimabedingte Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft die Geschlechtergerechtigkeit beeinflusst. Welche zentralen Weichenstellungen sind notwendig, um Gleichstellung in Zeiten des Wandels voranzubringen? Und wie können wir sicherstellen, dass alle Geschlechter gleichermaßen von den anstehenden Veränderungen profitieren? Gemeinsam haben wir Antworten auf diese Fragen erarbeitet.

Es wurden auf der Veranstaltung drei Impulsvorträge gehalten von Philippa Sigl-Glöckner (Dezernat Zukunft – Institut für Makrofinanzen), Dr. Ulrike Spangenberg (Geschäftsstelle für den Vierten Gleichstellungsbericht) und Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok (Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht). Außerdem gab es zwei Diskussionspanels u. a. mit Bernd Ulrich (ZEIT), Nicola Brandt (OECD Berlin), Serap Altinisik (Oxfam Deutschland), Prof. Dr. Johanna Wenckebach (IG Metall), Dr. Britta Matthes (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ) und Sylvia Borcherding (50Hertz).

Zum Programm

Bericht auf der Webseite des Deutschen Frauenrates.

Fünfte Landauer Klimagespräche

Genderperspektiven der Klimakrise – Wege zur Gerechtigkeit

Datum: 12. Juni 2025, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Ort: Haus am Westbahnhof, Landau in der Pfalz

Die Klimakrise ist im Kern eine Krise der Gerechtigkeit. Besonders Frauen und Menschen marginalisierter Gruppen spüren die Folgen der globalen Erwärmung. So ist es im Globalen Süden für Frauen und Kinder 14-mal wahrscheinlicher, durch eine Unwetterkatastrophe zu sterben als für Männer. Maßnahmen für den Klimaschutz können bestehende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern verringern oder sogar verschärfen. Woran liegt das und was muss sich für mehr Klimagerechtigkeit ändern?

Laudauer Bürgermeister Lukas Hartmann, Gleichstellungsbeauftragte Laura Hess und die Klimastabsstelle haben herzlich zum Gesprächsabend am 12. Juni eingeladen. Zu Gast waren zwei Expertinnen aus den Bereichen Klima, Gleichstellung und Genderforschung: Dr. Andrea Amri-Henkel vom Institut für Zukunftsenergie und Stoffstromsysteme in Saarbrücken und Ulrike Röhr, Leiterin von genanet – Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit aus Berlin.

Andrea Amri-Henkel ist promovierte Nachhaltigkeitswissenschaftlerin und leitet Projekte im Bereich Energiemärkte. Ulrike Röhr arbeitet seit 30 Jahren zu Gender-Themen in Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik. Zuletzt war sie Mitglied der Sachverständigenkommission für den Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung.

Zur Veranstaltungsankündigung

Zur Pressemitteilung

 

Der Vierte Gleichstellungsbericht an der Akademie für Politische Bildung Tutzing

Geschlechtergerechtigkeit in der sozial-ökologischen Transformation

Der Vierte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung liefert konkrete Handlungsempfehlungen für eine geschlechtergerechte Ausrichtung der sozial-ökologischen Transformation. Wie können diese Empfehlungen nun in die Praxis umgesetzt werden? Genau darüber diskutierten Sachverständige des Vierten Gleichstellungsberichts mit Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis bei der Tagung „Geschlechtergerechtigkeit in der sozial-ökologischen Transformation“, die am 22. und 23. Mai 2025 in der Akademie für Politische Bildung in Tutzing stattfand.

Die Tagung thematisierte insbesondere Handlungsempfehlungen für die Stadt- und Raumentwicklung, Wohnen und Energienutzung sowie für den Arbeitsmarkt. Zudem wurden die aktuellen politischen Rahmenbedingungen beleuchtet. Mit dabei waren unter anderem Prof. Dr. Sigrid Boysen, Dr. Andrea Bues, Dr. Peter Bleses, Dr. Immanuel Stieß, Ulrike Röhr, Dr. Ulrike Spangenberg, Dr. Anke Stock, Dr. Tessa Hillermann, Dr. Giulia Mennillo, Magdalena Polloczeck, Bernhard Stiedl, Daniela Schneckenburger und Astrid Schaffert.

Auf dem Panel zur Stadt- und Raumentwicklung ging es insbesondere um das Konzept der Caring Cities, das die oft getrennten Aspekte der Sorge für Menschen und Sorge für den Planeten verbindet. Auf kommunaler Ebene gibt es bereits Erfahrungen und Ansätze für die Berücksichtigung der Bedarfe aller Geschlechter (Gender Planning), die durch Maßnahmen zum Klimaschutz ergänzt werden könnten. Die Umsetzung setzt ressortübergreifendes Arbeiten voraus: in den Kommunen, aber auch auf Länderebene. Ein Beispiel dafür: die Gleichstellungsstrategie des Saarlandes, in der unter anderem Mobilität und Gleichstellung unter Einbeziehung von Gesundheitsdaten zusammengeführt wurden. Zudem braucht es gute Beteiligungsprozesse und Konfliktlösungen in Entscheidungsprozessen und im Quartier, denn der Wechsel vom Parkplatz zu Grünflächen kann zu Konflikten führen.

Ein weiteres zentrales Thema: Wohnen und Energienutzung. Mit steigenden CO₂-Preisen steigen auch die Kosten für Heizung und Warmwasser. Besonders betroffen sind Menschen mit geringen Einkommen – darunter viele alleinlebende Frauen, Rentnerinnen und Alleinerziehende in unsanierten Altbauten. Die soziale Abfederung der steigenden Kosten allein genügt hier nicht. Notwendig ist es zudem, genau diese Menschen beim Wechsel zu klimafreundlichen und bezahlbaren Alternativen zu unterstützen, zum Beispiel durch Programme für die energetische Sanierung im Gebäudebestand sowie eine bessere Infrastruktur, wie etwa Fernwärme aus erneuerbaren Energien. Aktueller Anknüpfungspunkt: die Mittel des Europäischen Klimasozialfonds und der derzeit erarbeitete Klimasozialplan.

Auf dem Arbeitsmarkt muss neben der Förderung oder Entlastung emissionsintensiver Branchen und Unternehmen der für den Strukturwandel zentrale frauendominierte Bereich der sozialen Dienstleistungen stärker berücksichtigt werden. Neben Investitionen in Gesundheits-, Bildungs- und Erziehungsinfrastruktur, sind außerdem Angebote Weiterbildung und Qualifizierungsangebote notwendig, die allen Geschlechtern Beschäftigungsperspektiven eröffnen. Ein wichtiges Instrument dafür ist das Qualifizierungsgeld. Zudem spielen Tarifverträge und Gewerkschaften eine zentrale Rolle für gute Arbeitsbedingungen und eine gerechte Gestaltung des Wandels.

Eine geschlechtergerechte sozial-ökologische Transformation ist kein Nice-to-have sondern ein verfassungsrechtlich verpflichtender Auftrag. Für die Umsetzung braucht es starke Allianzen – gerade auch auf kommunaler Ebene. Und es braucht Erfahrungsaustausch – auch innerhalb der Mitgliedsstaaten. Es braucht aber auch staatliche Regelungen, Strategien und Programme, die Klimapolitiken und Geschlechtergerechtigkeit zusammenführen. Daher muss zum Beispiel das neue Klimaschutzprogramm gesellschaftlich notwendige Dienstleistungen einbeziehen und die über das neue Sondervermögen finanzierten Investitionen müssen sozial gerechte Klimapolitiken befördern sowie Geschlechtergerechtigkeit mitdenken.

Hier geht es zum Programm der Tagung.

Ort: Akademie für Politische Bildung, Buchensee 1, 82327 Tutzing

Die Tagung war eine Kooperation von Akademie für Politische Bildung und Bundesstiftung Gleichstellung unter der Leitung von Dr. Giulia Mennillo und Dr. Ulrike Spangenberg.

Arbeitnehmerkammer Bremen: Ohne Gleichstellung keine Transformation!

Der Vierte Gleichstellungsbericht in der Diskussion

Zeit: 21. Mai 2025, 17:30 Uhr bis 20 Uhr

Ort: Arbeitnehmerkammer Bremen, Kultursaal, Bürgerstr. 1, 28195 Bremen

Der Vierte Gleichstellungsbericht macht auf die geschlechtsspezifischen Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam und ruft zu geschlechtergerechten Transformationspolitiken und zu einem breiten Verständnis der sozial-ökologischen Transformation als grundlegendem Wandel der Lebens- und Wirtschaftsweisen auf. Wir möchten uns mit der Frage auseinandersetzen, was die Ergebnisse für Bremen und den hiesigen Arbeitsmarkt bedeuten.

Nach einer Vorstellung des Berichtes durch die Vorsitzende der Sachverständigenkommission, Prof. Dr. Silke Bothfeld, bietet sich an Themen-Tischen die Möglichkeit zum Austausch.

Programm

Vortrag: Einblick in den Gleichstellungsbericht
Der Vierte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation
– Prof. Dr. Silke Bothfeld (Hochschule Bremen)

Themen-Tische

Frauen in MINT, Männer in Pflege – Wie geht klischeefreie(re) Berufsorientierung?
– Zentralstelle zur Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau

Arbeit, Arbeitszeit und Arbeitsmarkt in der Transformation
– Deutscher Gewerkschaftsbund Bremen-Elbe-Weser

Gleichstellung steuern: Das Instrument der Gleichstellungsberichte
– Prof. Dr. Silke Bothfeld (Hochschule Bremen)

Geschlechtergerechte Kreislaufwirtschaft
– Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation
– Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

Moderation: Elke Heyduck (Arbeitnehmerkammer Bremen, Geschäftsführerin)

Digitale Fachveranstaltung des Deutschen Vereins

Gleichstellung in der ökologischen Transformation. Der Vierte Gleichstellungsbericht in der Diskussion

Frauen und Männer sind in unterschiedlicher Weise vom klimabedingten Strukturwandel betroffen. Die Empfehlungen der Sachverständigenkommission des Vierten. Gleichstellungsberichts der Bundesregierung beleuchten unterschiedliche Aspekte dieser Ungleichheiten, wie z.B. das Mobilitätsverhalten, Energiearmut oder Luftverschmutzung. Der Deutsche Verein greift die klimapolitischen Schnittstellen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zur Verteilung von Sorgearbeit auf Frauen und Männer auf. In Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Gleichstellung und der BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen wird er die Empfehlungen der Sachverständigenkommission auf einer Fachtagung vorstellen und diskutieren. Ziel der Fachtagung ist, die Empfehlungen praxisnah zu vermitteln und einen Austausch darüber zu ermöglichen, wie eine geschlechtergerechte Gestaltung des Strukturwandels gelingen kann.

Datum und Ort: 14./15.05.2025, Digital
1. Block: 14.05.2025, 10.00 bis 14.00Uhr,
2. Block: 15.05.2025, 10.00 bis 14.00 Uhr

Ansprechperson: Dörthe Gatermann, Deutscher Verein, Wissenschaftliche Referentin Infrastrukturelle Familienförderung, Zeitpolitische Familienförderung, Familienbildung, Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbstätigkeit, Adoption, Gleichstellung

Metropolregion im Blick – den Wandel geschlechtergerecht gestalten

Was folgt aus sozial-ökologischen Perspektiven für die Metropolregion Hamburg?

Datum: 7. Mai 2025, 9:00 bis 15:45 Uhr
Ort: Schloss Reinbek, Schloßstraße 5, 21465 Reinbek

Keynotes:
Impulse für den Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung
Prof. Dr. Silke Bothfeld,
Vorsitzende der Sachverständigenkommission Vierter Gleichstellungsbericht

Transformation der Arbeitszeit
Dr. Sabine Reiner,
ver.di Bundesverwaltung Bereich Tarifpolitik öffentlicher Dienst

Praxisworkshops:
Workshop 1 Sozialplanung und Gleichstellung am Beispiel Pinneberg
Workshop 2 Impulse für eine klimafreundliche und geschlechtergerechte Mobilität
Workshop 3 Anpassung an Klimafolgen – Was brauchen Frauen?
Workshop 4 Vom Papier in die Praxis – wie der Gleichstellungsbericht in der Kommune wirken kann

Weitere Informationen

Wege zu einer geschlechtergerechten sozial-ökologischen Transformation in Deutschland: Fokus Mobilität

2. Gleichstellungstag der Bundesstiftung Gleichstellung stellt den Sektor Mobilität auf den Prüfstand

Wie kann eine geschlechtergerechte sozial-ökologische Transformation aussehen? Die Panel-Diskussion auf dem 2. Gleichstellungstag der Bundesstiftung Gleichstellung, der am 5. November 2024 stattfand, beleuchtete diese zentrale Frage. Anhand konkreter Beispiel verdeutlichten die Expert*innen die Implikationen einer sozial-ökologischen Transformation. Der Fokus lag dabei auf der Mobilitätswende, die nicht nur ökologische, sondern auch soziale Dimensionen berücksichtigt. In der Diskussion wurden die Möglichkeiten und Herausforderungen erörtert, die mit einer geschlechtergerechten Neugestaltung des Mobilitätssektors einhergehen.

Nach dem Grußwort von Prof. Dr. Silke Bothfeld (Vorsitzende der Sachverständigenkommission für den Vierten Gleichstellungsbericht) veranschaulichte Prof. Dr. Daniela Gottschlich, wie sich Klimawandel und Klimapolitik auf die noch immer ungleichen Geschlechterverhältnisse auswirken und welche Strategien für Geschlechtergerechtigkeit in der Zukunft notwendig sind. In der Podiumsdiskussion beleuchteten die Autor*innen Katja Diehl („Raus aus der AUTOkratie“) und Boris von Heesen („Was Männer kosten“) mit der Gewerkschafterin Stefanie Geyer (IG Metall) und Katy Wiese (European Environmental Bureau) den Sektor Mobilität. Dabei diskutierten sie sowohl Szenarien, die auf eine Abkehr vom Individualverkehr setzen, als auch Konsequenzen einer solchen Mobilitätswende für Wirtschaft und Arbeitsplätze. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht, wie sich die Szenarien auf Geschlechtergerechtigkeit auswirken. Das Schlusswort mit einer fachlichen Einordnung hielt Prof. Dr. Brigitte Wotha (Sachverständigenkommission für den Vierten Gleichstellungsbericht).

Moderation: Katharina Linnepe

2. Gleichstellungstag

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Fachgespräch zum Vierten Gleichstellungsbericht: Steuern und Finanzen – ökologisch und gleichstellungsorientiert?!

Die zum Schutz des Klimas bzw. zur Anpassung an den Klimawandel notwendigen Maßnahmen gehen mit erheblichen Kosten einher. Anders als bei der Digitalisierung kann dabei nicht davon ausgegangen werden, dass diese Kosten über wirtschaftliche Gewinne refinanziert werden. Vielmehr sind umfangreiche staatliche Investitionen notwendig. Daher stellt sich die Frage, wie die für einen sozial-ökologischen Wandel notwendigen staatlichen Gelder sowohl umweltfreundlich als auch gleichstellungsorientiert finanziert und eingesetzt werden können.

Im Rahmen des Fachgesprächs sollen dazu zum einen die umwelt- und gleichstellungsbezogenen Verteilungs- und Anreizwirkungen von Steuern, Steuersubventionen und der CO2-Bepreisung thematisiert werden. Zum anderen soll diskutiert werden, wie gewährleistet werden kann, dass staatliche Mittel umwelt- und gleichstellungsorientiert verwendet werden. Hier werden insbesondere öffentliche Haushalte, Förderprogramme und Sonderfonds in den Blick genommen.

Ziel des Fachgesprächs ist es, grundlegendes Wissen zu Funktionsweise sowie Verteilungs- und Anreizwirkungen finanzwirksamer Maßnahmen und Instrumente zusammenzuführen. Zudem sollen Wissenslücken identifiziert, Reformbedarfe aufgezeigt und Reformoptionen diskutiert werden.

Expert*innen:

Ort: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Sachverständigenkommission für den Vierten Gleichstellungsbericht stellt auf der LABOR.A erste Themen vor

Auf der LABOR.A 2023 am 27.09.2023 stellten mehrere Mitglieder der Sachverständigenkommission die Themen des Vierten Gleichstellungsberichts vor. Die Videoaufzeichnung der Diskussionsrunde steht online in der Tagungsmediathek bereit.

Immanuel Stieß, Ulrike Spangenberg, Johanna Wenckebach sowie Videozuschaltung von Peter Bleses
LABOR.A 2024 mit den Sachverständigen Dr. Immanuel Stiess, Dr. Immanuel Stieß, Dr. Peter Bleses und Prof. Dr. Johanna Wenckebach sowie Dr. Ulrike Spangenberg von der Geschäftsstelle Vierter Gleichstellungsbericht

Die jährlich stattfindende Tagung der Hans-Böckler-Stiftung stand 2023 unter dem Motto „In Arbeit: Die nächste Stufe der sozial-ökologischen Transformation!“. Die Geschäftsstelle für den Vierten Gleichstellungsbericht und das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) beteiligten sich mit einer Session zu den Geschlechteraspekten der sozial-ökologischen Transformation, moderiert von Dr. Ulrike Spangenberg.

Unter dem Titel „Klimawandel und Gleichstellungspolitik: Wie kann die sozial-ökologische Transformation geschlechtergerecht gestaltet werden?“ umrissen die Sachverständigen Dr. Peter Bleses (Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen), Dr. Immanuel Stieß (ISOE) und Prof. Dr. Johanna Wenckebach (Hugo Sinzheimer Institut für Arbeits- und Sozialrecht in der Hans-Böckler-Stiftung) die zentralen Handlungsbereiche für eine geschlechtergerechte Gestaltung der ökologischen Transformation. Dazu zählen u. a. geschlechtergerechte Angebote für Umschulungen und Weiterbildung, eine Erweiterung des Fokus von politischen Maßnahmen auf Berufe der sozialen Dienstleistungen sowie ein Blick auf Synergien zwischen Klima- und Gleichstellungspolitik.

Die gesamte Session kann in der Mediathek der Tagung auf der Website der Hans-Böckler-Stiftung abgerufen werden.

Über die Relevanz und Spotlights der Session sprachen Lisa Basten, Leiterin der Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“, und Christina Schildmann, Leiterin der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung, in der Folge „Die ökologische Frage spitzt sich zu“ im Podcast „Systemrelevant“.

 

Wie kann die Gleichstellungs­­­­berichterstattung weiterentwickelt werden?

Anregungen vom 1. Gleichstellungstag

Unter dem Motto „Gleichstellungsberichte der Bundesregierung – Seismografen und Motoren für Veränderung?“ diskutierten gleichstellungspolitische Akteur*innen im Rahmen des 1. Gleichstellungstags über eine Weiterentwicklung der Gleichstellungsberichterstattung.

Eine Gruppe von Menschen diskutiert in einem Raum vor einem Publikum

Perspektiven aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik

Teilnehmende des Podiums waren Akteur*innen aus der Politik (Ariane Fäscher, MdB, SPD-Fraktion), Mitglied im Stiftungsrat der Bundesstiftung Gleichstellung, der Verwaltung  (Dr. Petra Follmar-Otto, Abteilungsleitung Gleichstellung im BMFSFJ) und der Zivilgesellschaft (Dr. Barbara Stiegler, Mitglied im Stiftungsbeirat der Bundesstiftung Gleichstellung). Zudem beteiligten sich Sachverständige aus den Kommissionen der drei bisherigen Gleichstellungberichte (Prof. Dr. Thomas Gegenhuber, Mitglied der Kommission für den Dritten Gleichstellungsbericht; Prof. Dr. Eva Kocher, Vorsitzende der Kommission für den Zweiten Gleichstellungsbericht sowie Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Mitglied der Kommission für den Ersten und Zweiten Gleichstellungsbericht).

Dr. Ulrike Spangenberg, Leiterin des Bereichs Gleichstellungsberichterstattung der Bundesstiftung Gleichstellung, moderierte die Diskussion.

Die Umsetzung der Handlungsempfehlungen durch Monitoring sicherstellen

Die Teilnehmenden des Podiums, aber auch die Gäste waren sich weitgehend einig über die gute Qualität und Verbreitung der Gleichstellungsberichte. Die Inhalte würden bei gleichstellungspolitischen Akteur*innen breit rezipiert und flössen auf politischer Ebene auch in Koalitionsverträge ein. Dennoch – so die Kritik – fehle es an einer stringenten politischen Umsetzung bisheriger Handlungsempfehlungen. Die Umsetzung der Handlungsempfehlungen aus den bisherigen drei Gleichstellungsberichten sei noch deutlich verbesserungswürdig, befanden Podiums-Mitglieder auf der Veranstaltung. Umsetzungslücken wurden z. B. bei der ausstehenden Aufwertung der sogenannten SAHGE-Berufe (Berufe der Sozialen Arbeit, haushaltsnahen Dienstleistungen, Gesundheits- und Erziehungsberufe) festgestellt sowie bei der Reform der Mini-Jobs, die mehrheitlich von Frauen übernommen werden.

Zivilgesellschaftliche Akteur*innen forderten eine „nachhaltige“ Gleichstellungsberichterstattung, die die Umsetzung der Handlungsempfehlungen über eine Legislaturperiode hinaus in den Blick nimmt. Diese Art von Monitoring müsse mit verbindlichen gleichstellungspolitischen Strategien (z. B. dem Gender Mainstreaming) und Instrumenten (wie z. B. der Gesetzesfolgenabschätzung) verknüpft sein und dazu führen, dass Handlungsempfehlungen wirklich umgesetzt würden. Für die konzeptionelle Erarbeitung des Monitorings wurde vorgeschlagen, bei der Bundesstiftung Gleichstellung einen Fachbeirat einzurichten.

Gleichstellungswissen, Strategien und die Gesetzesfolgenabschätzung verzahnen

Notwendig – so eine der Teilnehmerinnen – sei eine Gleichstellungsarchitektur, die Gleichstellungswissen, Strategien und die Gesetzesfolgenabschätzung verzahnt. Die Gleichstellungsberichte sollten dabei als Wissensbasis dienen und so z. B. Gleichstellungswissen für das Instrument des „Gleichstellungschecks“ liefern. Synergien könnten sich zudem durch die Zusammenarbeit der Bereiche „Gleichstellungsberichte“ und „Wissen, Beratung und Innovation“ in der Bundesstiftung Gleichstellung ergeben.

Übergabe des Staffelstabs

Die Veranstaltung endete mit der Übergabe des „Staffelstabs“ für die Gleichstellungsberichte seitens der Geschäftsstelle für den Dritten Gleichstellungsbericht am Institut für Sozialarbeit und Sozialpolitik e. V. (ISS) an die Geschäftsstelle für den Vierten Gleichstellungsbericht in der Bundesstiftung. Der Bereich Gleichstellungberichte ist nun langfristig bei der Bundesstiftung Gleichstellung angesiedelt und kann von dort die Gleichstellungsberichterstattung auch über einzelne Berichtsperioden hinaus begleiten.

Ein erster Schritt ist die Rubrik „News Gleichstellungsberichte“ auf der Webseite des Bereichs Gleichstellungsberichte. Hier wird mit Blick auf alle Gleichstellungsberichte über aktuelle Entwicklungen informiert. Im Fokus stehen dabei insbesondere Maßnahmen zur Durchsetzung der Handlungsempfehlungen.

Gleichstellungstag der Bundesstiftung Gleichstellung „zusammen:wachsen“

Panel-Diskussion zur Gleichstellungsberichterstattung der Bundesregierung

Mit dem 1. Gleichstellungstag am 5. und 6. Dezember 2022 feierte die Bundesstiftung Gleichstellung ihren Arbeitsbeginn und lud gleichstellungspolitische Akteur*innen und Interessierte zu einem umfassenden Programm ein. Neben Panel-Diskussionen und Workshops bot die Veranstaltung Raum für Vernetzung und Austausch der Teilnehmenden. Die Bundesstiftung Gleichstellung stellte ihr Arbeitsprogramm vor.

Mit der Initiierung der Bundesstiftung geht die Gleichstellungsberichterstattung der Bundesregierung an die Bundesstiftung Gleichstellung über. Nachdem die Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. am Ende dieses Jahres schließt, wird die Geschäftsstelle für den Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung im nächsten Jahr von der Bundesstiftung übernommen.

„Gleichstellungsberichte der Bundesregierung – Seismografen und Motoren für Veränderung?“ war der Titel einer Panel-Diskussion im Rahmen des Gleichstellungstags. Sie wurde von Dr. Ulrike Spangenberg, Leiterin des Bereichs Gleichstellungsberichterstattung der Bundesstiftung und ehemalige Leiterin der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht, moderiert. Es diskutierten Prof. Dr. Eva Kocher, Vorsitzende der Sachverständigenkommission des Zweiten Gleichstellungsberichts, Prof. Dr. Uta Maier-Gräwe, Mitglied der Sachverständigenkommission für den Ersten und Zweiten Gleichstellungsbericht, Prof. Dr. Thomas Gegenhuber, Mitglied der Sachverständigenkommission des Dritten Gleichstellungsberichts, Dr. Barbara Stiegler, Stiftungsbeirätin der Bundesstiftung Gleichstellung, Dr. Petra Follmar-Otto, Abteilungsleiterin Gleichstellung im BMFSFJ und Ariane Fäscher, MdB und stellvertretendes Mitglied im Stiftungsrat der Bundesstiftung.

Gleichstellungsberichte als wichtiges Vermittlungsinstrument zwischen Wissenschaft und Politik

Im Rahmen der Diskussion wurde die zentrale Funktion der Gleichstellungsberichte als Bestandsaufnahme der Gleichstellung hervorgehoben, deren Leitbilder, Ziele und Handlungsempfehlungen in den politischen Diskurs einfließen. Die Berichte und die begleitenden Publikationen haben Einfluss in Fachkreisen, Universitäten und Fachmedien, erreichen Gleichstellungsbeauftragte und die politischen und verwaltenden Strukturen. Dennoch – so Dr. Ulrike Spangenberg in ihrer Einleitung des Panels – bleiben die Handlungsempfehlungen teilweise hinter ihrer gewünschten Wirkung zurück oder Themen geraten wieder aus dem Blick.

Die Podiumsteilnehmer*innen beschrieben einige zentrale Leistungen der Gleichstellungsberichterstattung, die die politische und wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Themenfeld Gleichstellung prägten und prägen. So wurde der konzeptionelle Ansatz der Lebensverlaufsperspektive hervorgehoben, die Befassung mit den SAHGE-Berufen sowie der im Zweiten Gleichstellungsbericht eingeführte Indikator des Gender Care Gap. Die Ergebnisse der veröffentlichten drei Gleichstellungsberichte haben – wie nicht nur diese Beispiele zeigen – wirkungsvollen Erkenntnisfortschritt gebracht und tun als Vermittlungsinstrument zwischen Wissenschaft und Politik gute Dienste. Gerade auch die Unabhängigkeit der Sachverständigenkommission ermögliche eine Wechselwirkung zwischen Politik, Kommission und Zivilgesellschaft schon im Entstehungsprozess des Gutachtens, so der Tenor im Panel.

Die Zukunft der Gleichstellungsberichterstattung – Forderungen und Ziele

Was aber braucht es, damit die Gleichstellungsberichte noch stärker und nachhaltiger Wirkung entfalten? Die Podiumsteilnehmer*innen forderten unter anderem eine verbindlichere Beschäftigung mit den Gleichstellungsberichten in allen Ressorts, um Gleichstellung als Querschnittsthema zu verstetigen.  Daneben wurde ein Monitoring gefordert, das Erfolgsfaktoren und Barrieren bei der Umsetzung von Handlungsempfehlungen der Gleichstellungsberichte im Verlauf erkennt. Die Berichte haben viele Erkenntnisse hervorgebracht, jedoch gibt es noch ein Umsetzungsproblem, so die allgemeine Einschätzung. Wichtig sei daher der aufeinander bezogene, anhaltende Transfer der Erkenntnisse aus allen bestehenden Gleichstellungsberichten, und insofern auch das Aufzeigen der darin liegenden Kontinuität.

Mit der Etablierung der Bundesstiftung Gleichstellung ist eine wichtige Forderung aus der bisherigen Gleichstellungsberichterstattung – nämlich die nach einer zentralen Gleichstellungs-Institution – erfüllt. Nun gelte es, diese als Akteurin und Plattform zu etablieren, die die Erkenntnisse aus den vergangenen und kommenden Gleichstellungsberichten in die politischen Strukturen, die Zivilgesellschaft und den öffentlichen Diskurs trägt. Auch in der Diskussion mit dem Publikum fand das Ziel der Bundesstiftung als Plattform für Vernetzung, Beratung und Wissen ausdrücklich Bestärkung.

Die Panel-Diskussion endete mit der symbolischen Übergabe der wissenschaftlichen Begleitung der Gleichstellungsberichte an die Bundesstiftung Gleichstellung durch das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.. Verbunden war dies mit einem Dank an alle Beteiligten in der Bundesstiftung, beim BMFSFJ und am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik.

„Digitale Gewalt jenseits von Hate Speech“

Eine Veranstaltung der Robert-Bosch-Stiftung in Kooperation mit der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht und der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V.

Am 30.11.2022 organisierte die Robert-Bosch-Stiftung in ihren Räumlichkeiten in Berlin eine Veranstaltung für Austausch, Input und Vernetzung zum Thema digitale Gewalt. Die Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht war gemeinsam mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. als Kooperationspartnerin bei der Veranstaltung dabei. Unter dem Titel „Umgang mit Digitaler Gewalt jenseits von Hate Speech: Zwischen Drittem Gleichstellungsbericht der Bundesregierung und Digitalem Gewaltschutzgesetz – wo stehen wir, wo müssen wir hin?“ trafen sich Akteur*innen aus frauenpolitischen Verbänden und zivilgesellschaftlichen (digitalpolitischen) Initiativen, um über aktuelle Problemstellungen und nächste Schritte im Themenfeld digitale Gewalt zu diskutieren.

Mirjam Dierkes, die Leiterin der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht, stellte zu Beginn der Veranstaltung die Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen aus dem Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung vor. Gewalt im digitalen Raum und mittels digitaler Technik schränke die Verwirklichungschancen von Frauen massiv ein: im sozialen Nahraum, am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum und in ihren Teilhabemöglichkeiten im digitalen Raum. Die Handlungsempfehlungen aus dem Gutachten umfassen u.a. den Ausbau von Kompetenzen und Strukturen bei Strafverfolgungsbehörden, Polizei und Justiz sowie die Förderung von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Strukturen der Fachberatungsstellen, um einen umfassenden Gewaltschutz sicherzustellen. Weiterhin empfiehlt die Sachverständigenkommission die Einrichtung einer Kommission zum Thema Anonymität vs. Identifikation im digitalen Raum und eine Befassung mit Möglichkeiten des Technikeinsatzes zur Aufdeckung von Hate Speech oder zur Bekämpfung von Cyberstalking.

Im Anschluss folgte Benjamin Lück von der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. mit einem Input zur Erarbeitung eines digitalen Gewaltschutzgesetzes. Strafrechtliche Standards eigneten sich nicht dazu, digitale Gewalt schnell zu beenden, da Verfahren zeitaufwendig sind und Ermittlungen häufig erst mit Verzögerungen stattfinden, so Benjamin Lück. Auch die Verantwortung an private Unternehmen abzugeben könne keine Alternative sein, da deren Maßstäbe zur Bekämpfung digitaler Gewalt mit wirtschaftlichen Interessen und Abwägungen verknüpft seien. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. entwickelt im Rahmen der Marie-Munk-Initiative einen Entwurf für ein Gewaltschutzgesetz, das als Muster für eine neue Rechtsgrundlage gegen digitale Gewalt dienen soll.

Als dritte Rednerin sprach Dama Sathianathan von Chayn, einer globalen NGO gegen geschlechtsbezogene Gewalt. Chayn entwickelte Orbits als ein umfassendes Handbuch für Interventionen gegen geschlechtsbezogene Gewalt, die durch Technologie ermöglicht und ausgeführt wird. Orbits verfolgt einen intersektionalen, Betroffenen-zentrierten und Trauma-sensiblen Ansatz gegen digitale Gewalt. Dama Sathianathan machte auf die verschiedenen Formen digitaler Gewalt aufmerksam, die sich ständig verändern und erneuern. Sie bemängelte eine unzureichende Übernahme von Verantwortung der Täter*innen und Beteiligten sowie eine unzureichende Entschädigung der Betroffenen digitaler Gewalt. Ein maßgebliches Problem seien mangelnde Ressourcen, um adäquate Hilfe bei digitaler Gewalt leisten zu können. In Orbits werden Strategien gegen digitale Gewalt vorgestellt, die sowohl die Ebenen von Gesetzgebung und Policy als auch der Technikentwicklung berücksichtigen.

Im Anschluss an die Inputs wurde im Plenum und in Kleingruppen über notwendige nächste Schritte im Themenfeld digitale Gewalt diskutiert. Die Diskussionen drehten sich um Reformbedarfe in der Gesetzgebung, die Notwendigkeit eines Monitorings digitaler Gewalt und Möglichkeiten der Sensibilisierung von Polizei und Behörden.

Zum Weiterlesen geht es hier zum Themenblatt: Digitale Gewalt

‚Wann, wenn nicht jetzt: Digitalisierung als Gelegenheitsfenster für mehr Entgeltgleichheit nutzen‘

Session auf der Labor.a 2022

Am 21. September 2022 fand die Labor.a 2022 der Hans-Böckler-Stiftung statt. Angesichts gegenwärtiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Transformationsprozesse beschäftigte sich die Konferenz mit der Frage der Gestaltung einer guten Arbeitswelt. Mit dabei war auch die Geschäftsstelle des Dritten Gleichstellungsberichts, die gemeinsam mit den Frauen im DGB Bundesvorstand als Programmpartnerin die Session ‚Wann, wenn nicht jetzt: Digitalisierung als Gelegenheitsfenster für mehr Entgeltgleichheit nutzen‘ gestaltete. Moderiert von Dr. Mara Kuhl, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht, diskutierten Dr. Alexandra Scheele und Elisa Rabe als Expertinnen aus Wissenschaft und Praxis zum Thema Entgeltgleichheit und Digitalisierung. Kurzfristig verhindert war Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok, die als Vorsitzende der Sachverständigenkommission des Dritten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung leider nicht wie geplant als dritte Teilnehmerin auf dem Podium dabei sein konnte.

 

Dr. Alexandra Scheele berichtete als Wissenschaftlerin der Universität Bielefeld über ihre Forschung zu den Zusammenhängen von Arbeits- und Geschlechterverhältnissen und beleuchtete dabei insbesondere aktuelle Erkenntnisse aus ihrer Studie zu Digitalisierung und Entgelt(un)gleichheit. Elisa Rabe nahm als Bundesfrauensekretärin der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten die Perspektive aus der Praxis ein und berichtete von Initiativen für Lohngerechtigkeit in der Gewerkschaft und deren Umsetzung in den Betrieben.

 

Digitalisierung transformiert Tätigkeiten und Berufsbilder

Die Podiumsteilnehmerinnen machten deutlich, dass der digitale Wandel nahezu alle Tätigkeiten und Berufe verändert. So betrifft dies zum einen den Einsatz von digitaler Software oder technisch gesteuerten Großmaschinen, zum anderen verändern sich durch digitale Transformationen Arbeitsabläufe, Verantwortungen und Kommunikationsströme in Betrieben. Wenn Technik in Arbeitsprozesse Einzug erhält, müssen Tätigkeiten neu bewertet, Stellenbeschreibungen aktualisiert und Neueingruppierungen durchgeführt werden – ein Vorgang, der bislang häufig noch nicht stattfindet und von geschlechtsspezifischen Zuschreibungen durchzogen ist. Dies veranschaulichte Elisa Rabe: In weiblich dominierten Tätigkeitsfeldern, wie im Einzelhandel oder in der Gastronomie wird die Kompetenzentwicklung, die durch digitalisierte Anwendungen erforderlich wird, einfach vorausgesetzt. Sie wird häufig im Sinne eines learning by doing verstanden und nicht in die Entgeltbewertung aufgenommen. Die Einführung neuer Technik wird im Kontrast dazu dann als digitale Entwicklung verstanden, die neue Tätigkeiten hervorbringt und erfordert, wenn diese in männlich dominierten Berufsfeldern wie der Industrie stattfindet. Solche Tätigkeiten werden häufiger an Männer delegiert – auch durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen – und entsprechend entlohnt.

 

Elisa Rabe wies bei der Frage nach der öffentlichen Förderung von Entgeltbewertung darauf hin, dass die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hier Beratung und Begleitung anbietet und erwähnte das Instrument des „eg-check“. Auch im Dritten Gleichstellungsbericht und im Themenblatt Nr. 15 „Digitalisierung und Entgeltgleichheit“ wird der „eg-check“ als Instrument zur Überprüfung von Entgeltgleichheit vorgestellt.

Digitalisierung als Gelegenheitsfenster für Entgeltgleichheit

Elisa Rabe und Alexandra Scheele erklärten, dass sich durch digitale Transformationen Möglichkeitsfenster und Gelegenheitsstrukturen für mehr Entgeltgleichheit ergeben, da durch die wachsenden Kompetenzanforderungen die Entgeltstruktur in Bewegung kommt – diese jedoch auch aktiv genutzt und gestaltet werden müssen. Betriebsrät*innen müssten Veränderungen erkennen und für die Sichtbarkeit der veränderten Anforderungen sowie die Übersetzung in die Entlohnung sorgen. Elisa Rabe sprach sich für den Ausbau von Qualifizierung im Bereich Digitalisierung aus. Insbesondere Weiterbildungsmaßnahmen für Frauen müssen gefördert werden, da diese aufgrund von Geschlechterstereotypen oder der Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigungen bei Fortbildung meist nicht einbezogen werden. Damit Weiterbildungen auch Ausgangspunkt für transparente Prozesse der Neubewertungen von Arbeitstätigkeiten werden können, müssen diese formalisiert angeboten werden.

In der Diskussion um die Frage, ob nicht nur die Digitalisierung, sondern auch die digitale Technik Chancen für mehr Entgeltgleichheit bringt, wiesen Arbeitsmarktexpertinnen von INES Berlin im Publikum darauf hin, dass Instrumente verfügbar sind, die mit diskriminierungsfrei programmierter KI arbeiten, die auf der Grundlage der Arbeitsmarktforschung entwickelt wurden.

Forderungen und Perspektiven für mehr Entgeltgleichheit

Mara Kuhl wies auf die im Gutachten zum Dritten Gleichstellungsbericht erwähnten Handlungsempfehlungen zum Entgelttransparenzgesetz hin: Da die Regelungen nur für Großbetriebe gelten, empfiehlt die Sachverständigenkommission eine Ausweitung der Berichtspflicht auf kleinere Betriebe, deren Standardisierung und die Einführung von Sanktionsmöglichkeiten. Elisa Rabe appellierte an eine Beteiligung aller Akteur*innen im Betrieb und für mehr Verbindlichkeit und Transparenz beim Thema Entgeltgleichheit. Dabei braucht es einen differenzierten Blick auf die unterschiedlichen Dimensionen von Arbeitstätigkeiten und –abläufen, in die sich vergeschlechtlichte Ungleichheiten einschreiben können, so Alexandra Scheele. So bedeutet eine Debatte um Entgeltgleichheit im Rahmen digitaler Transformation auch immer die Auseinandersetzung mit analogen Diskriminierungsstrukturen und bestehenden Ungleichheiten.

 

Zum Weiterlesen geht es hier zur digitalen Ausstellung ‚Digitalisierung als Gelegenheitsfenster für mehr Entgeltgleichheit‘ auf der Labor.a 2022 und zum Themenblatt Nr. 15 „Digitalisierung und Entgeltgleichheit“.

„KI als Chance für mehr Geschlechtergerechtigkeit“

Workshop zur UNESCO-Empfehlung zur Ethik der Künstlichen Intelligenz am 25.05.2022

Im Rahmen des Workshops „KI als Chance für mehr Geschlechtergerechtigkeit“ der Deutschen UNESCO-Kommission am 25.05.2022 diskutierten Expert*innen die Empfehlung zur Ethik Künstlicher Intelligenz der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur. Fachliche Inputs kamen von den Expert*innen Prof. Dr. Katharina Zweig (TU Kaiserslautern), Jessica Wulff von AlgorithmWatch, Abteilungsleiterin der Denkfabrik, eines Thinktanks des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) Ana Dujić sowie von der Sachverständigen für den Dritten Gleichstellungsbericht Prof. Dr. Claude Draude.

Weitreichende Empfehlung der UNESCO

Die „Empfehlung zur Ethik Künstlicher Intelligenz“ („Recommendation on the ethics of artificial intelligence“) wurden im November 2021 von den 193 Mitgliedstaaten verabschiedet. Die Empfehlung stellt zwar kein bindendes Recht dar, wurden jedoch detailliert verhandelt und von den Staaten einstimmig angenommen, sodass sich die Empfehlung von einer einfachen Resolution oder einer Erklärung unterscheidet. Die in der Empfehlung festgehaltenen Regeln und Maßnahmen haben einen ganzheitlichen Fokus und werfen insbesondere auch einen Blick auf „blind spots“ wie KI und Gender, KI und Nachhaltigkeit, KI und der globale Süden sowie KI und Bildung.
Die UNESCO empfiehlt den Mitgliedstaaten z. B. sicherzustellen, dass das Potenzial digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz zur Verwirklichung der Gleichstellung der Geschlechter beiträgt und in vollem Umfang ausgeschöpft wird. Mitgliedstaaten sollen gewährleisten, dass die Menschenrechte und Grundfreiheiten von Mädchen und Frauen sowie ihre Sicherheit und Integrität in keiner Phase des Lebenszyklus von KI-Systemen verletzt werden (Empfehlung Nr. 87). Außerdem sollen zweckgebundene Mittel aus ihren öffentlichen Haushalten für die Finanzierung von geschlechtergerechten Programmen bereitgestellt und sichergestellt werden, dass die nationale Digitalpolitik einen Aktionsplan für die Gleichstellung der Geschlechter enthält (Empfehlung Nr. 88). Die Mitgliedstaaten sollen sicherstellen, dass geschlechtsspezifische Stereotype und diskriminierende Vorurteile nicht in KI-Systeme einfließen, indem mögliche diskriminierende Faktoren identifiziert und proaktiv beseitigt werden (Empfehlung Nr. 90).

Studie attestiert Nachholbedarf für Deutschland zu Geschlecht und Künstlicher Intelligenz

Grundlage für den Workshop waren die Ergebnisse der von der Deutschen UNESCO-Kommission in Auftrag gegebenen Studie  „UNESCO-Empfehlung zur Ethik Künstlicher Intelligenz — Bedingungen zur Implementierung in Deutschland“. Sie beschreibt die Ausgangslage und den Handlungsbedarf für die Umsetzung der UNESCO-Empfehlung in fünf Politikfeldern: Ethical Impact Assessment, Ethical Governance and Stewardship, Data Policy, Development and International Cooperation und Gender. Für den Bereich „Gender“ beschreibt der Autor des Gutachtens Prof. Dr. Matthias C. Kettemann mit Blick auf die Empfehlung Nr. 90, dass die Gleichstellung der Geschlechter in keiner Phase des Lebenszyklus von KI-Systemen verletzt werden dürfe, dass Deutschland in diesem Bereich noch ganz am Anfang stehe. Mit Verweis auf den Dritten Gleichstellungsbericht macht die Studie z. B. darauf aufmerksam, dass bei wichtigen digitalpolitischen Instrumenten wie der KI-Strategie der Bundesregierung Geschlecht so gut wie keine Rolle spiele. Aus diesem Grund wurde das Politikfeld „Gender“ von der Deutschen UNESCO-Kommission für einen ersten Workshop ausgewählt. Ziel des Workshops war es konkrete Handlungsempfehlungen für die deutsche Politik zu formulieren, um den unterzeichneten Verpflichtungen der UNESCO nachzukommen.

Handlungsempfehlungen für mehr Geschlechtergerechtigkeit

Im Workshop diskutierten die Expert*innen Maßnahmen, welche die deutsche Politik umsetzen kann, um diskriminierungsfreie KI zu gewährleisten und mehr Diversität bei der Entwicklung von KI zu erreichen.

Regulierung, Transparenz und Beratung

Im Zuge des Austauschs kam die Forderung nach einem klaren Regulierungsrahmen für ethische und diskriminierungsfreie KI in Deutschland auf. Die Expert*innen berufen sich dazu auch auf den Dritten Gleichstellungsbericht, der verbindliche Standards für geschlechtergerechte und diskriminierungsfreie IT-Systeme fordert. Zudem sprachen sich Expert*innen – ebenso wie die Sachverständigenkommission zum Dritten Gleichstellungsbericht – für mehr Diversität und Inklusivität in den Gremien für Norm- und Standardsetzung der KI ein. In dem Workshop wurde sich insbesondere auch dafür ausgesprochen, die Gremien für Perspektiven der Geistes-und Sozialwissenschaften zu öffnen und damit über die technische Perspektive hinauszugehen. Dies ist anknüpfungsfähig für die im Dritten Gleichstellungsbericht geforderte Berücksichtigung einer soziotechnischen Perspektive.
Um potenziell diskriminierende Faktoren bei KI zu erkennen und diese besser nachvollziehen zu können, wird der Aufbau eines KI-Transparenzregisters vorgeschlagen, das darüber informiert, in welchen Prozessen der öffentlichen Verwaltung KI zum Einsatz kommt und wie sie funktioniert. Es wurde zudem die Einrichtung einer KI-Antidiskriminierungs- und Beratungsstelle diskutiert. Die kann an die Empfehlungen der Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht anknüpfen, Antidiskriminierungsstellen und -verbände mit weiteren Kompetenzen und Befugnissen auszustatten, um gegen Diskriminierung durch algorithmische Empfehlungen vorzugehen.

„Fix the company/the education“

Expert*innen des Workshops unterstützen den Ansatz der Sachverständigenkommission, dass nicht die Frauen sich ändern müssen, um an der Entwicklung von KI teilzuhaben, sondern die Strukturen in Unternehmen und dem Bildungssystem („Fix the company/the education, not the women“). Geschlechtergerechtigkeit und Diversität in Unternehmen benötigt strukturelle Veränderungen in Unternehmen und nicht nur Einzelmaßnahmen wie z. B. den Girls‘ Day. Flexiblere und familienfreundlichere Arbeitszeitgestaltung und großzügige Home-Office-Regelungen könnten hier helfen.
Auch für den Bereich der Schul- und Hochschulbildung wurden im Workshop Handlungsempfehlungen formuliert, um die Regeln der UNESCO-Empfehlung umzusetzen. So sprachen sich Expert*innen für einen geschlechtssensiblen KI- und Informatikunterricht als Querschnittsthema und als eigenständiges Schulfach ab Klasse 1 aus. Für den Bereich der Universitäten wurde sich beispielsweise dafür ausgesprochen, KI-Ethik als verbindlichen Teil des Curriculums einschlägiger Technik-Studiengänge zu etablieren. Zudem fordern Expert*innen des Workshops die Politik dazu auf, Forschung zu potenzieller Diskriminierung durch KI stärker zu fördern. Förderung in diesem Bereich sollte es verstärkt auch für die Geistes- und Sozialwissenschaften geben. Das ist z. B. auch nötig, um zu einem einheitlichen Verständnis zentraler Begriffe wie “Diskriminierung” oder “Fairness” zwischen der Informatik und den Geistes- und Sozialwissenschaft zu kommen.

Die Ergebnisse des Workshops werden aktuell von der Deutschen UNESCO-Kommission aufbereitet und in Form von Handlungsempfehlungen an die Politik und weitere Stakeholder weitergegeben (Kontakt: Jeannine Hausmann (Hausmann@unesco.de). Informationen zur Deutschen UNESCO-Kommission finden Sie hier: https://www.unesco.de/.

Roundtable 5: Geschlechtsbezogene digitale Gewalt – 12.01.2022

Veranstaltungsreihe zu den Handlungsempfehlungen des Dritten Gleichstellungsberichts

Der Runde Tisch zum Thema „Geschlechtsbezogene digitale Gewalt“ fand am 12. Januar 2022, von 16:00 bis 18:15 Uhr im Online-Format auf der Homepage der Veranstaltungsreihe statt.

Wir starteten mit zwei kurzen Impulsen:

  • Dr. Regina Frey, Genderinstitut für Gleichstellungsforschung: Digitale Gewalt: Vorstellung der Expertise zum Dritten Gleichstellungsbericht mit Fokus auf die Handlungsempfehlungen von Gutachten und Expertise
  • Jenny-Kerstin Bauer, bff-Frauen gegen Gewalt: Herausforderungen für die Arbeit gegen Gewalt an Frauen durch die Digitalisierung

Anschließend werden wir mit Akteur*innen aus Zivilgesellschaft und Medien  vertieft über Ergänzungen bzw. praxisorientierte Umsetzung der Handlungsempfehlungen des Gutachtens ins Gespräch kommen. Mit dabei u. a.:

Die Diskussion fand in Form einer Fishbowl-Diskussion statt, sodass wir auch mit den Teilnehmenden ins Gespräch kommen konnten.

 

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation von EAF Berlin, dem Harriet Taylor Mill-Institut an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht am ISS e.V. und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Roundtables

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Roundtable 4: Gleichstellung in der digitalisierten Arbeitswelt – 14.12.2021

Veranstaltungsreihe zu den Handlungsempfehlungen des Dritten Gleichstellungsberichts

Der Runde Tisch zum Thema „Gleichstellung in der digitalisierten Arbeitswelt“ fand am 14. Dezember 2021, von 16:00 bis 18:00 Uhr im Online-Format auf der Homepage der Veranstaltungsreihe statt.

Wir starteten mit zwei kurzen Impulsen:

  • Prof. Dr. Katja Nebe, Sachverständige für den Dritten Gleichstellungsbericht, Professorin der Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Recht der Sozialen Sicherheit an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Überblick zu den Handlungsempfehlungen des Sachverständigengutachtens im Bereich Arbeitswelt
  • Maren Heltsche, Verantwortliche Digitale Transformation des Deutschen Frauenrats: Verwirklichungschancen der digitalisierten Arbeitswelt

Anschließend kamen wir mit Akteur*innen aus Zivilgesellschaft und Gewerkschaften vertieft über Ergänzungen bzw. praxisorientierte Umsetzung der Handlungsempfehlungen des Gutachtens ins Gespräch. Mit dabei u. a.:

 

Die Diskussion fand in Form einer Fishbowl-Diskussion statt, sodass wir auch mit den Teilnehmenden ins Gespräch kommen konnten.

 

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation von EAF Berlin, dem Harriet Taylor Mill-Institut an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht am ISS e.V. und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Roundtables

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Roundtable 3: Gleichstellung in der Plattformarbeit – 07.12.2021

Veranstaltungsreihe zu den Handlungsempfehlungen des Dritten Gleichstellungsberichts

Der Runde Tisch zum Thema „Gleichstellung in der Plattformarbeit“ fand am 7. Dezember 2021, von 16:00 bis 18:00 Uhr im Online-Format auf der Homepage der Veranstaltungsreihe statt:.

Wir starteten mit zwei kurzen Impulsen :

  • Prof. Dr. Timm Teubner, Sachverständiger für den Dritten Gleichstellungsbericht, Fakultät Wirtschaft und Management der Technischen Universität Berlin/Einstein Center Digital Future: Überblick zu den Handlungsempfehlungen des Sachverständigengutachtens im Bereich Plattformarbeit
  • Prof. i.R. Dr. Uta Meier-GräweSachverständige für den Zweiten Gleichstellungsbericht, Professur für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienforschung an der Justus-Liebig Universität Gießen: Kommentierung und Ergänzung aus der Perspektive der Empfehlungen des Zweiten Gleichstellungsberichtes mit einem Fokus auf  Plattformen, die Sorgearbeit vermitteln

Anschließend kamen wir mit Akteur*innen aus Zivilgesellschaft und Gewerkschaften vertieft über Ergänzungen bzw. praxisorientierte Umsetzung der Handlungsempfehlungen des Gutachtens ins Gespräch . Mit dabei:

  • Dr. Johanna Wenckebach, Direktorin des Hugo-Sinzheimer-Instituts für Arbeits- und Sozialrecht der Hans-Böckler-Stiftung
  • Vanessa Barth, Bundesvorstand IG Metall/Funktionsbereich Zielgruppenarbeit und Gleichstellung; Mariya Vyalykh, IG-Metall, Projekt Fair Crowd Work
  • Anna Lena Schiller, AlgorithmWatch, Projektmanagerin „Unding“

 

Die Diskussion fand in Form einer Fishbowl-Diskussion statt, sodass wir auch mit den Teilnehmenden ins Gespräch kommen konnten.

 

 

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation von EAF Berlin, dem Harriet Taylor Mill-Institut an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht am ISS e.V. und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Roundtables

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Roundtable 2: Geschlechtergerechte Förderung von Gründungen in der Digitalbranche – 24.11.2021

Veranstaltungsreihe zu den Handlungsempfehlungen des Dritten Gleichstellungsberichts

Die Veranstaltungsreihe „Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten“ ging mit dem zweiten Roundtable zum Thema „Geschlechtergerechte Förderung von Gründungen in der Digitalbranche“ am 24. November 2021, von 16:00 bis 18:00 Uhr weiter.

Der Roundtable startete mit zwei kurzen Impulsen :

Anschließend kamen wir mit Akteur*innen der praxisnahen Umsetzung in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ins Gespräch und gestalteten gemeinsam, u. a. mit:

 

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation von EAF Berlin, dem Harriet Taylor Mill-Institut an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht am ISS e.V. und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Roundtables

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Roundtable 1: Diskriminierungsfreie Technikentwicklung und -gestaltung – 11.11.2021

Veranstaltungsreihe zu den Handlungsempfehlungen des Dritten Gleichstellungsberichts

Im Anschluss an die Kick-Off Veranstaltung der Reihe „Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten“ am 10.09.2021 fanden bis Mitte Januar 2022 fünf themendifferenzierte Online-Fachforen, sogenannte Roundtables, statt.

Das erste Roundtable zum Thema „Diskriminierungsfreie Technikentwicklung und -gestaltung“ fand am Donnerstag, 11.11.2021, 16-18 Uhr virtuell  statt.

Die Veranstaltung startete mit einem Impuls:

Anschließend kamen wir mit Akteur*innen der praxisnahen Umsetzung in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ins Gespräch, u. a. mit:

 

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation von EAF Berlin, dem Harriet Taylor Mill-Institut an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht am ISS e.V. und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Roundtables

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Veranstaltungsreihe: Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten

Digitalisierung muss geschlechtergerecht gestaltet werden, das hat der Dritte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung gezeigt. Was muss jetzt konkret passieren?

Das Gutachten deckt eine ganze Bandbreite von Problemfelder auf. Die dazugehörige Stellungnahme der Bundesregierung hat verdeutlicht, dass den über 100 im Gutachten festgehaltenen Handlungsempfehlungen weitere (struktur-)politische, aber auch wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Schritte jetzt folgen müssen.

Dazu wollten wir die Handlungsempfehlungen vertieft mit Vertreter*innen aus der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren und anwendungsorientiert weiterentwickeln. Gemeinsame Forderungen sollten an die (politische) Entscheider*innen formuliert werden, um eine geschlechtergerechte Digitalisierung jetzt umzusetzen.

Die EAF Berlin lud hierzu mit ihren Kooperationspartner*innen, dem Harriet Taylor Mill-Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sowie der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung am Institut für Soziale Arbeit und Sozialpädagogik e.V. ein.

10. September 2021 von 10 bis 13 Uhr | Online ONLINE KICK-OFF: Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten

Die Kick-Off Veranstaltung bildete den Auftakt für die Veranstaltungsreihe mit ihren themendifferenzierten Roundtables, die dann bis Januar 2022 stattfanden. Wir diskutierten anhand folgender Leitfragen : Welche Handlungsempfehlungen sollten für eine zeitnahe Umsetzung in den Roundtables vertieft diskutiert werden? Welche Aufgaben müssen in der nächsten Legislaturperiode dringend für eine geschlechtergerechte Digitalisierung erledigt werden? Welche weiteren Handlungsempfehlungen sind nötig?  Welche Akteur*innen sind gefragt, um diese Handlungsempfehlungen Realität werden zu lassen?

 

ONLINE Roundtables von Oktober 2021 bis Januar 2022

Im Anschluss an die Kick-Off Veranstaltung fanden in den kommenden Monaten themenspezifische Online-Fachforen, sogenannte Roundtables, statt.

Die Roundtables diskutierten zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Sie verstehen sich als runde Tische, bei denen die beteiligten Akteur*innen die Erkenntnisse des Dritten Gleichstellungsberichts diskutierten, die darin aufgeführten Handlungsempfehlungen weiterentwickelten und weitere Schritte definierteen. Die Veranstaltungsreihe sollte explizit nicht dazu dienen, die Problemfokussierung zu wiederholen, sie sollte ins praxisnahe Gestalten der geschlechtergerechten Digitalisierung übergehen. Gemeinsame Forderungen sollteen an die (politische) Entscheider*innen formuliert und in Form einer Dokumentation festgehalten werden.

Folgende Roundtables fanden bis Januar 2022 statt:

 

 

Die gesamte Veranstaltungsreihe wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

 

 

Dokumentation der Veranstaltungsreihe.

Links

Hearing „Geschlechtsbezogene Veränderungen der Arbeitswelt durch die technologische Entwicklung: Erkenntnisse, Mythen, Forschungslücken und Gestaltungsspielräume“

Hearing der Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht, 12.06.2020

Die fortschreitende Digitalisierung geht mit erheblichen Veränderungen der Arbeitswelt einher. Gleichzeitig werden die Folgen dieser Veränderungen für die Gleichstellung von Frauen und Männern nach wie vor selten in den Blick genommen. Das gilt sowohl für die oft diskutierten Substitutionseffekte der Digitalisierung, als auch für die Auswirkungen auf geschlechtsbezogene Erwerbsmuster, Segregation des Arbeitsmarktes, Einkommen und soziale Sicherung.

Mit der  Expertise  „Substituierungspotenziale von Berufen und die möglichen Folgen für die Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt“ (Katharina Dengler/Britta Matthes) liegen aktuelle geschlechterdifferenzierte Zahlen zu Tätigkeiten innerhalb von Berufen vor, die potenziell durch den Einsatz von Computern oder computergesteuerten Maschinen ersetzbar wären. Die Expertise „Gleichstellungsrelevante Aspekte der Digitalisierung der Arbeitswelt in Deutschland“ (Irene Pimminger/Nadja Bergmann) gibt – unter Bezug auf die im Zweiten Gleichstellungsbericht formulierten Ziele bzw. gleichstellungspolitischen Zielstrukturen – zudem einen Überblick zum aktuellen Stand der Fach- und Forschungsliteratur im Feld Digitalisierung und Arbeit.

In beiden Expertisen wird betont, dass die arbeitsmarktbezogenen und sozialen Konsequenzen der Digitalisierung keineswegs zwingend sind und auch nicht nur von den technologischen Möglichkeiten abhängen, sondern einer Vielzahl ökonomischer, sozialer und arbeitspolitischer Faktoren.

Das Hearing diente dazu vertiefende Fragen zu den Expertisen zu stellen und weitere gleichstellungsrelevante Risiken und Chancen der beschäftigungs- und arbeitsmarktbezogenen Veränderungen der Digitalisierung aufzuzeigen. Vor allem aber sollten Handlungsempfehlungen diskutiert werden, die eine gleichstellungsorientiere Gestaltung der Veränderungen in der Arbeitswelt unterstützen.

Als Expert*innen waren eingeladen:

Hearing „Gleichstellungsorientierte Gestaltung von Plattformarbeit: Diskriminierungsrisiken, Chancen und Regulierungsansätze“

Expert*innen-Anhörung der Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht, 27.05.2020

Plattformarbeit stellt eine neue Art der Arbeitsorganisation dar, die mit gravierenden Veränderungen von Erwerbs- und Beschäftigungsstrukturen einhergeht. Die Auswirkungen auf Geschlechterverhältnisse werden dabei – gerade in der deutschen Debatte – häufig außen vorgelassen.

Das Hearing diente zum einen der Verständigung über zentrale Diskriminierungsrisiken sowie Chancen im Hinblick auf gleichstellungspolitische Ziele. Zum anderen sollten darauf aufbauend Mechanismen für eine gleichstellungsorientierte Bewertung und Regulierung von Plattformarbeit vorgestellt und diskutiert werden. Ziel war es, Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die eine gleichstellungsorientierte Gestaltung von Plattformarbeit befördern.

Als Expert*innen waren eingeladen:

Isabell Hensel (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/O.)

Dr. Maren Borkert (TU Berlin)

Katrin Fritsch und Helene von Schwichow (MOTIF)

Prof. Dr. Manuela Bojadžijev (Leuphana Universität Lüneburg)

Dr. Michael “Six” Silberman (IG Metall)

Wiebke Fröhlich (Goethe Universität Frankfurt/M.)

Dokumentation des Hearings

Hearing „Feminismus in Minischritten. Lehren aus 40 Jahren MINT-Gleichstellungspolitik in Deutschland“

Expert*innen-Anhörung der Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht, 19.02.2020

Ende der 1970er, Anfang der 1980er kommen die ersten Heim- und Personal Computer auf den Markt, die es auch Privatpersonen und kleineren Firmen ermöglichen, Teil der „digitalen Revolution“ zu werden. Computer halten Einzug in den menschlichen Alltag. Die breitere systematische Ausbildung an Fachkräften für die Datenverarbeitung ist zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als einem Jahrzehnt im Gange und wird stetig ausgebaut. Während in Westdeutschland die Einschreibungen von Frauen in Informatik-Studiengänge in den 1980er Jahren kontinuierlich stagnieren und erst Ende der 1990er wieder auf ca. 14% ansteigen, ist das Geschlechterverhältnis zum Ende der DDR hier relativ ausgewogen. Doch der „Planwirtschaftsfeminismus“ der DDR bleibt wenig nachhaltig. Ebenso hat der „Graswurzelfeminismus“ des Westens bis heute nur wenige Teilerfolge gezeitigt und die selbst gesteckten Ziele lange nicht erreicht. Die Tech-Welt und ihre Gestaltung ist nach wie vor eine von Männern dominierte.

Im Hearing wurden die Ergebnisse der im Rahmen des Dritten Gleichstellungsberichtes erstellten Expertise zu feministischen Wissensbeständen im Bereich Computerisierung und Frauenarbeitsplätze aus den 1980er bis nuller Jahren vorgestellt. Dort ausgelassene Spezifika ostdeutscher Wissensbestände in diesem Themenfeld wurden für die Diskussion ergänzt. Rückblick und Bilanz sowie neue Sichtweisen auf das Thema wurden dann in Bezug auf heute umzusetzende gleichstellungspolitische Ziele vertieft diskutiert. Ziel war es, mit den Handlungsempfehlungen des Dritten Gleichstellungsberichts zum einen nicht alte Fehler zu wiederholen sowie zum anderen gute in Vergessenheit gerate Ansätze wieder aufzugreifen und Empfehlungen für eine strukturelle Umsetzung abzugeben.

Als Expert*innen waren eingeladen:

 

Zum Kurzbericht des Hearings.

Dokumentation des Hearings

Hearing „Entgrenzte Erwerbsarbeit und interessierte Selbstgefährdung in der digitalen Wirtschaft“

Expert*innen-Anhörung der Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht, 10.02.2020

Der Dritte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung befasste sich mit der Frage, welche Weichenstellungen erforderlich sind, um die Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft so zu gestalten, dass Frauen und Männer gleiche Verwirklichungschancen haben. In dem Expert*innen-Hearing mit dem Titel „Entgrenzte Erwerbsarbeit und interessierte Selbstgefährdung in der digitalen Wirtschaft“ wurde über die Entgrenzung zwischen Erwerbsarbeit- und Privatleben gesprochen. Es wurden unterschiedliche, geschlechtertypische Gestaltungsweisen digitaler Heimarbeit und ihre Folgen in den Blick genommen. Zudem wurden die Auswirkungen dieser Arbeitsweise auf die Arbeitnehmer*innen Thema sein. Der Fokus lag auf Gesundheit und Wohlbefinden. Welche Handlungsempfehlungen geben wir Politik, Wirtschaft und Verbänden? Rund um diese Fragen haben wir gemeinsam Thesen formuliert und diskutiert

Als Expert*innen waren eingeladen:

 

Zum Kurzbericht des Hearings.

Dokumentation des Hearings