Wissen und öffentliche Kommunikation zum Handlungsfeld Flucht und Geschlecht generieren

Quelle: Zweiter Gleichstellungsbericht, Kapitel D.III.1, S. 225 f.
Steckbrief
Adressat*innen
  • Bundesregierung
  • Gesellschaftliche Akteure
Gleichstellungsbericht

Zweiter Gleichstellungsbericht, Kapitel D.III.1, S. 225 f.

Themenfelder
  • Bildung/Wissen
  • Macht

Ziel ist ein gesellschaftliches Klima, das alle geflüchteten Menschen wertschätzt. Dies ist auch aus gleichstellungspolitischer Sicht wichtig, da die Prinzipien von Gleichheit, Freiheit und Demokratie nur so glaubhaft vertreten werden können.

Um die Situation Geflüchteter gleichstellungsorientiert bewerten und verbessern zu können, bedarf es einer geschlechterdifferenzierten und intersektionalen Datenerhebung unter Berücksichtigung des Flüchtlingsstatus. Gleichzeitig bestehen weiterhin Forschungslücken zu Flucht und Geschlecht, etwa hinsichtlich von Fluchtursachen, Integrationserwartungen, Bildungsbiografien sowie der Bedeutung sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität vor, während und nach der Flucht.

Da die Komplexität von Geschlechterverhältnissen mit rein quantitativen Studien nur begrenzt erfasst werden kann, fehlen zudem größere Forschungsprojekte, die quantitative und qualitative Ansätze verbinden. Ebenso mangelt es an Langzeit- und Generationenstudien zur Integration Geflüchteter mit einem Fokus auf Geschlecht. Aufgrund der hohen Zahl traumatisierter Geflüchteter sollten dabei besondere ethische Standards berücksichtigt werden.

Empfohlen werden daher folgende Maßnahmen:

  • Stärkung partizipativer Forschungsansätze sowie Einbeziehung von Selbstorganisationen Geflüchteter und von Migrantinnen und Migranten in Forschungsprozesse
  • Systematische Kommunikation von Forschungsergebnissen an die breite Öffentlichkeit unter Vermeidung geschlechtsbezogener Stereotype
  • Förderung wissenschaftlicher Projekte und gesellschaftlicher Debatten zur Reflexion von Rollenbildern in der Einwanderungsgesellschaft
  • Vorbildfunktion von Bundesregierung und öffentlichen Stellen durch eine differenzierte Kommunikation über patriarchale Praktiken ohne kulturelle Pauschalisierungen
  • Berücksichtigung gleichstellungspolitischer Aspekte von Flucht als Querschnittsperspektive in zukünftigen Berichten