Vollzeitschulische Ausbildungen reformieren: Erzieherinnen und Erzieher

Quelle: Zweiter Gleichstellungsbericht, Kapitel C.IV.1.b., S. 146 f.
Steckbrief
Adressat*innen
  • Bildungssektor
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Bundesregierung
  • Landesregierungen
  • Tarifpartner
Gleichstellungsbericht

Zweiter Gleichstellungsbericht, Kapitel C.IV.1.b., S. 146 f.

Themenfelder
  • Bildung/Wissen

Als erster Schritt zu einer vergüteten Ausbildung könnte Fachschülerinnen und Fachschülern, die sich berufsbegleitend zur Erzieherin oder zum Erzieher ausbilden lassen, flächendeckend eine existenzsichernde Ausbildungsvergütung angeboten werden. Hier bietet sich eine Ausweitung des Modellprogramms „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) an.

Für das Ziel einer stärkeren Harmonisierung wird empfohlen zu evaluieren, wie sich unterschiedliche Ausbildungsmodelle und Rahmenbedingungen (zum Beispiel Zulassungsbedingungen, Personalkraftanrechnungsmodelle) auf die Ausbildungsqualität auswirken. Darüber hinaus sollten die Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik und Kindertageseinrichtungen beim Aufbau einer gut abgestimmten, gemeinsam ausgearbeiteten und verbindlich geregelten Lernortkooperation unterstützt werden.  Die Bundesländer mit der Kultusministerkonferenz und möglicherweise auch der Bund mit der Bundesagentur für Arbeit könnten zum Beispiel Fortbildungsangebote und finanzielle wie zeitliche Ressourcen anbieten bzw. fördern.

Um die Durchlässigkeit zwischen Ausbildung und Studium für den Bereich der Erziehungsberufe zu verbessern, wird zudem empfohlen, die Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen auf Studienleistungen zu erleichtern und auszuweiten. Insbesondere sollte auch (älteren) Quereinstiegsinteressierten die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher ermöglicht werden. Wenn diese eine Berufsausbildung, aber keine einschlägigen pädagogischen Erfahrungen aufweisen, sollten nicht (unbezahlte) pädagogische Praxiserfahrungen als Voraussetzung der Ausbildung verlangt werden.