Produktionskulturen verändern
Quelle: Dritter Gleichstellungsbericht, Kapitel B.IV.1, S. 195 f.
Steckbrief
Adressat*innen
- Bundesregierung
- Plattformen
Gleichstellungsbericht
Dritter Gleichstellungsbericht, Kapitel B.IV.1, S. 195 f.
Themenfelder
- Digitalisierung
- Macht
Die Produktionskulturen Sozialer Medien sind wie die Produktionskulturen anderer Medien von Sexismus und anderen Diskriminierungen geprägt. Um diese Kulturen und Strukturen zu verändern, empfiehlt die Sachverständigenkommission, Akteur*innen aus unterrepräsentierten Gruppen gezielt zu fördern, damit sie sich von der werbungtreibenden Industrie unabhängig machen können.
Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) fordert in seiner Stellungnahme zur Gleichstellungsstrategie die Medien- und Werbebranche zum Abbau von Geschlechterstereotypen auf. Die Sachverständigenkommission schließt sich den Empfehlungen des EWSA an und empfiehlt eine Ausweitung der Maßnahmen – wie Verhaltenskodizes und Verfahren zur Gewährleistung der gleichberechtigten Teilhabe aller Geschlechter in Entscheidungsgremien und in Führungspositionen – auf die digitale Medienund Werbebranche. Zudem sollten Entscheider*innen dahingehend geschult werden, dass Vielfalt von Geschlechterrollen und politisches Engagement attraktiv besonders für junge Zielgruppen sind.
Die Sachverständigenkommission fordert die Bundesregierung auf, gemeinsam mit dem BMFSFJ und der Staatsministerin für Digitalisierung einen entsprechenden Verhaltenskodex zu entwickeln bzw. dessen Entwicklung zu beauftragen; dieser Kodex soll Sozialen Medien dazu verpflichten, stereotype Darstellungen von Geschlecht zu vermeiden.
Zudem regt die Sachverständigenkommission an, Werbung oder Kampagnen auszuzeichnen, die mit Geschlechterklischees brechen und vielfältige Darstellungen von Menschen voranbringen. Ein gutes Beispiel ist hierzu der „Pinke Pudel“ der Initiative „Pink Stinks“.