Neues Leitbild für die Aus- und Weiterbildung in SAHGE-Berufen formulieren

Quelle: Zweiter Gleichstellungsbericht, Kapitel C.IV.1.a., S. 144 f.
Steckbrief
Adressat*innen
  • Bildungssektor
  • Bundesregierung
  • Tarifpartner
Gleichstellungsbericht

Zweiter Gleichstellungsbericht, Kapitel C.IV.1.a., S. 144 f.

Themenfelder
  • Arbeit
  • Bildung/Wissen

Bereits der Erste Gleichstellungsbericht bemängelte die traditionell gewachsene strukturelle Zweiteilung des Berufsbildungssystems in einen dualen und einen vollzeitschulischen Zweig und forderte eine Harmonisierung mit dem Ziel der Gleichstellung. Die Sachverständigenkommission empfiehlt ein neues Leitbild für die Aus- und Weiterbildung in SAHGE-Berufen.

Eine solches Leitbild müsste mehrere Funktionen erfüllen:

  • einen Rahmen für die Konzeption geschlechtergerechter Berufsbilder bilden, die sich an Frauen wie Männer richten,
  • der symbolischen Aufwertung der entsprechenden Arbeitsmarktsegmente (als Grundlage für eine materielle Aufwertung) dienen,
  • Kriterien bieten, an denen mögliche Reformschritte zu messen wären.

Der deutsche Wissenschaftsrat spricht sich dafür aus, das Fachpersonal, das in komplexen Aufgabenbereichen der Pflege- und der Therapieberufe wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie sowie der Geburtshilfe tätig ist, künftig an Hochschulen auszubilden. Angesichts der äußerst komplexen Tätigkeiten schließt sich die Sachverständigenkommission dieser Empfehlung an.

Ein neues Leitbild für die Aus- und Weiterbildung in SAHGE-Berufen sollte sich aus Sicht der Sachverständigenkommission an gleichstellungspolitischen Zielen orientieren:

  • niedrige Einstiegshürden und Durchlässigkeit in Richtung Höherqualifizierung bzw. Hochschulstudium
  • kostenfreie, gut zugängliche Erstausbildung mit einem transparenten, modularen, gut geförderten System der Weiterbildung
  • keine generelle Akademisierung der SAHGE-Berufe
  • erhöhter Männeranteil in den Erziehungs- und Pflegeberufen