Energiearmut umfassend bekämpfen

Quelle: Vierter Gleichstellungsbericht, Kapitel B.6, S. 120
Steckbrief
Adressat*innen
  • Bundesregierung
  • Energiegemeinschaften
  • Energieversorger
Gleichstellungsbericht

Vierter Gleichstellungsbericht, Kapitel B.6, S. 120

Themenfelder
  • Nachhaltigkeit/Klima
  • Zeit

Frauen sind von Energiearmut überdurchschnittlich betroffen. Der Bekämpfung von Energiearmut sollte daher eine hohe Priorität in energie- und klimapolitischen Strategien eingeräumt werden. Geschlechteraspekte in ihrer intersektionalen Verflechtung mit Einkommen, Alter, Herkunft etc. sind dabei besonders zu beachten.

Von Energiearmut betroffene Haushalte können kurzfristig durch zusätzliche Einkommenstransfers entlastet werden, zum Beispiel mit einer Klimakomponente beim Wohngeld. Mittel- und langfristig muss eine Entlastung dieser Haushalte durch die Verringerung des Energiebedarfs und die Umstellung auf eine saubere und bezahlbare Wärmeversorgung angestrebt werden.

  • Die Sachverständigenkommission empfiehlt der Bundesregierung, Maßnahmen für die Identifikation und Bekämpfung von Energiearmut in ihre nationalen Energie- und Klimapläne sowie den Nationalen Gebäuderenovierungsplan aufzunehmen, und zwar entsprechend dem EU-Recht.
  • Die Bundesregierung sollte zeitnah der Verpflichtung nachkommen, einen nationalen Klimasozialplan für den europäischen KSF einzureichen. Dieser Sozialplan sollte sowohl Geschlechteraspekte als auch die besonderen Belastungen von Frauen durch steigende CO2-Preise berücksichtigen und Maßnahmen identifizieren, die diesen Belastungen entgegenwirken.
  • Energieberatungsangebote für gering verdienende Haushalte wie der Stromsparcheck der Caritas (https://stromspar-check.de/) sollten verstetigt und regional ausgeweitet werden.
  • Prämienmodelle, die Haushalte mit geringem Einkommen bei der Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte unterstützen, sollten beibehalten und ausgeweitet werden.
  • Energieversorger sollten Bezugssperren für die Versorgung mit Strom, Gas etc. bei Zahlungsrückständen aussetzen und durch präventive Maßnaßmen ersetzen.