Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt gleichstellungsorientiert fördern und gestalten

Quelle: Zweiter Gleichstellungsbericht, Kapitel D.III.3, S. 227 f.
Steckbrief
Adressat*innen
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Bundesregierung
  • Kommunen
  • Landesregierungen
Gleichstellungsbericht

Zweiter Gleichstellungsbericht, Kapitel D.III.3, S. 227 f.

Themenfelder
  • Arbeit

Gleichstellungsorientierte Projekte für den Arbeitsmarkt wie Sprach- und Integrationskurse sollten Geschlecht als eine inhaltliche wie auch strukturelle Frage behandeln. Die Berücksichtigung von Geschlecht erschöpft sich bislang häufig in der Durchführung von Frauenprojekten. Es besteht die Tendenz, geflüchtete Frauen aufgrund von Geschlechterstereotypen zu frauendominierten Berufen in der Sorgearbeit und in niedrigqualifizierten Dienstleistungsbereichen zu raten. Dies widerspricht dem Anliegen, SAHGE-Berufe (Berufe in Soziale Arbeit, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Gesundheit und Pflege sowie Erziehung und Bildung) verstärkt auch für Männer attraktiv zu machen. Um die Reproduktion von Geschlechterstereotypen bei Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration Geflüchteter zu vermeiden, sollten genderkompetente Schulungsmaterialen entwickelt und genderkompetente Fortbildungen für das damit befasste Personal angeboten werden. Eine höhere interkulturelle und Genderkompetenz bei den Beraterinnen und Beratern könnte etwa dazu führen, das Berufsspektrum der Geflüchteten zu erweitern. Dies würde insbesondere geflüchteten Frauen mit höheren Bildungsabschlüssen zugutekommen.