Bundesumweltminister Carsten Schneider betont Bedeutung von Geschlechtergerechtigkeit im Klimaschutz
Anlässlich des Internationalen Frauentags lud das Bundesumweltministerium (BMUKN) am 04. März zur Veranstaltung „Klima. Umwelt. Gerechtigkeit. Frauen gestalten die Zukunft“ ein. Im Mittelpunkt stand die Rolle von Frauen im Klima- und Umweltschutz. In seiner Rede zum Auftakt der Veranstaltung betonte Bundesumweltminister Carsten Schneider, dass Klimaschutz und Geschlechtergerechtigkeit eng miteinander verbunden seien.
Gerade Frauen engagierten sich für Klimaschutz – sei es in zivilgesellschaftlichen Bewegungen, in der Politik, in lokalen Initiativen oder auch privat. Gleichzeitig seien Frauen in vielen Bereichen, in denen zentrale Entscheidungen über Energie, Verkehr oder neue grüne Technologien getroffen werden, weiterhin unterrepräsentiert, so der Bundesumweltminister.
Zudem seien Frauen von den Folgen des Klimawandels überdurchschnittlich stark betroffen. So würden Ungleichheit und Ungerechtigkeit durch den Klimawandel weiter verschärft. Vor diesem Hintergrund sei es besonders wichtig, die Geschlechterperspektive in der Umwelt- und Klimapolitik konsequent zu berücksichtigen. Politische Maßnahmen müssten stärker danach bewertet werden, welche Auswirkungen sie auf unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen haben, etwa auf Alleinerziehende, Schwangere oder ältere Frauen mit geringem Einkommen.
Dr. Ulrike Spangenberg, Leiterin des Bereichs Gleichstellungsberichte in der Bundesstiftung Gleichstellung, stellte im Rahmen der Veranstaltung des Bundesumweltministeriums den Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung vor. Dieser mache deutlich, dass Klimapolitiken ökologisch sinnvoll sein müssen, um die planetaren Grenzen zu schützen. Zugleich müssen die Maßnahmen sozial und geschlechtergerecht gestaltet werden. Das verfassungsrechtliche Verschlechterungsverbot gelte für den Klimaschutz und die Gleichstellung der Geschlechter gleichermaßen.
Ulrike Spangenberg wies zudem auf den Gleichstellung-Check hin, der die Verwaltung dabei unterstützt, Gesetze gleichstellungsorientiert zu gestalten. Die Sachverständigen empfehlen, den Gleichstellungs-Check zu stärken und als verbindliche Praxis einzuführen – für Gesetze als auch für andere klimarelevanten Maßnahmen. Die Bundesstiftung Gleichstellung unterstützt die Umsetzung der gleichstellungsorientierten Gesetzesfolgenabschätzung mit einem Schulungsangebot und einer Webseite zum Gleichstellungs-Check.
Ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung ist daher die vom Minister angekündigte stärkere Berücksichtigung der sozialen Dimension im kommenden Klimaschutzprogramm. Klimaschutz könne, so Schneider, langfristig nur erfolgreich sein, wenn er auch sozial gerecht gestaltet wird. Die Einbeziehung unterschiedlicher Lebensrealitäten – und damit auch der Geschlechterperspektive – sei daher nicht nur eine Frage der Gleichstellung, sondern auch eine Voraussetzung für wirksame Klimapolitik.