Vom 10. bis 21. November 2025 fand in Belém, Brasilien, die 30. UN-Klimakonferenz statt.
Regierungsvertreter*innen aus aller Welt kamen dabei zusammen, um darüber zu beraten, wie das Pariser Klimaabkommen weiter umgesetzt werden kann. Verhandelt wurde, welche Maßnahmen nötig sind, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und wie die dafür erforderliche Finanzierung sichergestellt werden kann.
Auch das Thema Geschlechtergerechtigkeit spielte dabei eine wichtige Rolle. Wie der Vierte Gleichstellungsbericht deutlich macht, sind Klima- und Gleichstellungsfragen eng miteinander verknüpft: die Folgen des Klimawandels treffen nämlich Frauen, einkommensschwache Menschen und andere strukturell benachteiligte Gruppen besonders stark.
Der Belém Gender Action Plan 2026 – 2034
Auf der 30. Weltklimakonferenz wurde nun ein neuer Gender Action Plan für die Jahre 2026 bis 2034 verabschiedet, um die Maßnahmen der Schwerpunktfelder zu aktualisieren.
Dazu hat der Subsidiary Body for Implementation (SBI – ein Nebenorgan der COP) in mehreren Sitzungen im Jahr 2025 einen solchen erweiterten GAP vorbereitet.
Das erste auf der Weltklimakonferenz vorliegende Dokument enthielt zunächst 99 ungelöste Diskussionspunkte in Klammern. Differenzen zwischen den Vertragsstaaten hatten zwischenzeitlich bis zu 496 Debattenpunkte ausgelöst – dass der Plan dennoch verabschiedet wurde, ist ein großer Erfolg.
Ein besonders kontrovers diskutiertes Thema war die Definition des Gender-Begriffs, denn mehrere Staaten sprachen sich für eine rein biologische Definition aus. Diese Forderung fand jedoch keinen Eingang in den finalen Text. Auch der Begriff „sexuelle und reproduktive Gesundheit“ war ein Streitpunkt. Er wurde ebenfalls nicht in das endgültige Dokument aufgenommen.
Trotz dieser Herausforderungen, bringt der neue GAP bedeutende Fortschritte. Der Plan umfasst 27 Aktivitäten in den fünf festgelegten Schwerpunktbereichen der bisherigen GAPs. Damit ist eine wichtige Grundlage für die Umsetzung von Gleichstellung, auch auf nationaler Ebene, geschaffen.
Ein besonderer Erfolg des Gender Actions Plans: Er erkennt ausdrücklich einige strukturell benachteiligte Gruppen, wie etwa indigene Völker, lokale Gemeinschaften oder Frauen aus ländlichen Regionen, an und sieht Richtlinien vor, um Personen zu schützen, die sich für die Umwelt einsetzen. Zudem schafft er Raum, um Themen wie Care-Arbeit, Gesundheit und Gewalt gegen Frauen stärker in den Fokus zu rücken. Die Forderung, geschlechter- und altersdifferenzierte Daten zu erheben, ist durchgängig verankert.
Auch wenn klare Indikatoren für eine verbindliche Rechenschaftspflicht fehlen, ermöglicht der Plan freiwillige nationale Berichterstattung über bestehende Instrumente wie die Biennial Transparency Reports – Transparenzberichte, die die Vertragsparteien des Pariser Klimaabkommens alle zwei Jahre vorlegen müssen. In diesen Berichten informieren die Staaten unter anderem über die Auswirkungen des Klimawandels, Anpassungsmaßnahmen sowie über Fortschritte in der finanziellen und technologischen Entwicklung.
Der Belém Gender Action Plan.