10.06.2026 | Zukunft gerecht gestalten: Gleichstellung in der Transformation

Impulse aus dem Vierten Gleichstellungsbericht „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ – Perspektiven für eine gerechte Mobilität im Saarland

Der Vierte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung macht deutlich, dass die sozial‑ökologische Transformation nicht geschlechtsneutral verläuft. Sie beeinflusst Lebensrealitäten, Chancen und Belastungen von Frauen und Männern unterschiedlich. Gleichstellung wird damit zu einer zentralen Voraussetzung für eine sozial gerechte Transformation. Besonders sichtbar ist dies im Bereich Mobilität. Viele Alltagswege – etwa für Kinderbetreuung, Pflege oder berufliche Teilhabe – werden überwiegend von Frauen organisiert. Ein dauerhaft guter Zugang zu Mobilität entscheidet daher maßgeblich über Zeitressourcen, Teilhabe und Chancen. Mobilität ist somit nicht nur eine Frage von Umwelt und Infrastruktur, sondern auch der Gleichstellung.

Mit flitsaar, dem neuen On-Demand-Verkehrsangebot des Umweltministeriums, gibt es ein innovatives Mobilitätssystem, das passgenau dort startet, wo klassische ÖPNV-Strukturen im ländlichen Raum an Grenzen stoßen. Hier knüpft das IZES Projekt Saarmila an: Es untersucht, wie bedarfsgesteuerte Verkehre die gesellschaftliche Teilhabe verbessern können – insbesondere für Menschen, die Sorgearbeit leisten. Darüber hinaus verfolgt das Projekt weitere gleichstellungspolitische Ziele und ist ein wichtiger Bestandteil der saarländischen Landesgleichstellungsstrategie.

Die Veranstaltung stellt zentrale Ergebnisse des Vierten Gleichstellungsberichts vor und diskutiert, wie Gleichstellung und Transformation konkret zusammen gedacht und umgesetzt werden können.

Die Sachverständige Ulrike Röhr wird den Vierten Gleichstellungsbericht vorstellen und an der Podiumsdiskussion teilnehmen.

19.05.2026 | 82. Tagung des Münchner Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten

Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation

Datum:
Ort: Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz am Arabellapark, München
Veranstalterin: Münchner Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten


 

Der Münchner Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten (makgb) richtete am 19. Mai 2026 im Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz seine Tagung zum Thema „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ aus.

Ulrike Röhr, Sachverständige für den Vierten Gleichstellungsbericht, war zu dieser Tagung als Expertin geladen und sprach zum Thema.


 

Zur Veranstaltung auf der Webseite des Münchner Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten

17.-19.05.2026 | 29. Bundeskonferenz der BAG kommunale Frauenbüros und Gleichstellungsstellen

29. Bundeskonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros & Gleichstellungsstellen in Lübeck 2026

Feministischer Kompass: Kurs halten in antifeministischen Gewässern

Datum: bis
Ort: Musik- und Kongresshalle Lübeck (MUK) Willy-Brandt-Allee 10, 23554 Lübeck
Veranstalterin: BAG kommunale Frauenbüros und Gleichstellungsstellen


 

Die 29. Bundeskonferenz der BAG kommunale Frauenbüros und Gleichstellungsstellen in der Hansestadt Lübeck stand unter dem Titel „Feministischer Kompass: Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ und widmete sich einer der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit: dem wachsenden Antifeminismus – in Politik, Gesellschaft und Alltag.

Antifeminismus ist kein Randphänomen – er zieht sich quer durch Parteien, Medien und gesellschaftliche Debatten. Er bedroht das, wofür wir tagtäglich arbeiten: Gleichstellung, Selbstbestimmung, Vielfalt und Demokratie. Errungenschaften, die lange erreicht schienen, werden infrage gestellt, gesetzlich verbriefte Rechte werden zurückgedrängt und feministische Stimmen geraten zunehmend unter Druck. Mit der Bundeskonferenz wollten wir Orientierung geben, Kraft tanken und Strategien entwickeln, wie wir gemeinsam standhalten und vorangehen können. Wie begegnen wir antifeministischen Angriffen in der Kommune, in den sozialen Medien oder im Alltag? Wie stärken wir unsere Netzwerke, unsere Haltung und unsere Sprache – und wie können wir unsere Arbeit feministischer, solidarischer und wirksamer gestalten?

Den Impulsvortrag hielt Judith Rahner, Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats und eine der profiliertesten Stimmen im Kampf gegen Antifeminismus. In Diskussionen und praxisnahen Foren wurde gemeinsam der feministische Kompass justiert – für eine Gleichstellungsarbeit, die Haltung zeigt und handlungsfähig bleibt.

Dr. Ulrike Spangenberg, Leitung des Bereichs Gleichstellungsberichte, referierte am Dienstag im öffentlichen Forum zum Vierten Gleichstellungsbericht .


 

15.04.2026 | Vorstellung des Vierten Gleichstellungsberichts bei der KfW

Die Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen des Vierten Gleichstellungsberichts stellte Jacqueline Melzer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bereichs Gleichstellungsberichte, bei einem internen online Impuls den Mitarbeitenden der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vor.

Auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten Sandra Groß und stellvertretenden Gleichstellungsbeauftragten der KfW, Felicitas Birckenbach, referierte Melzer zu den Handlungsfeldern Gesundheit, Mobilität, Arbeit und Zeit, Arbeitsmarkt sowie Energieerzeugung und Wohnen. Über 40 Angestellte der KfW und der Tochtergesellschaften nahmen an der Veranstaltung teil.

Die Förderinstrumente der KfW, insbesondere die zur energetischen Gebäudesanierung, sind wichtige Maßnahmen im Bereich des Klimaschutzes. Der Gleichstellungsbericht zeigt, dass solche Fördermaßnahmen insbesondere auch die Personen erreichen sollten, die besonders unter dem Klimawandel, seinen Folgen und seinen Kosten leiden. Im Bereich des Wohnens sind das vor allem Menschen mit geringem Einkommen, Frauen und andere strukturell benachteiligte Personen, da diese eher in Wohnungen und Häuser mit schlechterem Energiestandard leben.

Vorschläge der Sachverständigenkommission in dem Bereich sind unter anderem den Fokus von Neubau auf die Sanierung bestehender Wohnungen zu lenken und die Fördersumme nicht am Energiebedarf, sondern am Einsparungspotenzial auszurichten. Auch sollten Sanierungsanreize geschaffen werden, die gleichzeitig die Umlage der Sanierungskosten auf Mieter*innen begrenzt.


 

Weitere Informationen und Handlungsempfehlungen zu den diskutierten Handlungsfeldern und insbesondere dem Bereich Wohnen finden Sie im Vierten Gleichstellungsbericht.

Mehr zur geschlechtergerechten Gestaltung von Energiewende und Klimaschutz im Bereich Wohnen und Mobilität finden Sie in der Expertise zum Vierten Gleichstellungsbericht von Tanja Kenkmann, Konstantin Kreye, Katja Schumacher und Nelly Unger.

 

Ulrike Röhr zum Klimaschutzprogramm 2026

„Viel Luft nach oben gibt es bei der Berücksichtigung von Geschlechteraspekten im KSP2026. Das bereits vor drei Jahren angekündigte Sozialmonitoring muss dringend entsprechend ergänzt werden.“

Ulrike Röhr, Sachverständige des Vierten Gleichstellungsberichts

Die Bundesregierung beschloss Ende März ihr Klimaschutzprogramm 2026 (KSP2026). Darin legt sie fest, welche Maßnahmen sie zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele ergreifen wird. Wie der Vierte Gleichstellungsbericht „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ darlegt, berücksichtigt die Bundesregierung in ihrer bisherigen Klimapolitik nicht hinreichend, dass der Klimawandel Frauen, einkommensarme und andere strukturell benachteiligte Menschen besonders hart trifft. So auch in diesem Klimaschutzprogramm, sagt Ulrike Röhr, Mitglied der Sachverständigenkommission des Vierten Gleichstellungsberichts:

„Angesichts der Rückschritte, die die aktuelle Bundesregierung im Bereich der Energiewende plant, sowie der schon traditionell fehlenden Fortschritte in den Sektoren Gebäude und Verkehr, stellt sich die Frage, warum ein so offensichtlich unzureichendes Klimaschutzprogramm  überhaupt aus Geschlechterperspektive kommentiert werden muss.

Zum einen, um darauf hinzuweisen, wie wichtig ein nicht nur sozial, sondern auch geschlechtergerecht gestaltetes Klimaschutzprogramm für die Erreichung der Klimaschutzziele ist. Ausführlich nachzulesen im Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Leider taucht die Kategorie Geschlecht im KSP2026 selbst bei der Beschreibung vulnerabler Personen nicht auf.

Zum anderen sind auf der positiven Seite durchaus vorhandene Fortschritte gegenüber dem KSP2023 bei der Berücksichtigung sozialer Aspekte zu verzeichnen. Allerdings bleiben diese sehr unkonkret und sind bei weitem nicht ausreichend.

Mein Fazit: Es hat sich etwas bewegt, aber es gibt noch sehr viel Luft nach oben.

Praxisbeispiele zum Vierten Gleichstellungsbericht

Wo wird Gleichstellung und Ökologie bereits zusammengedacht?

Der Vierte Gleichstellungsbericht enthält Maßnahmen und Empfehlungen, um eine sozial-ökologischen Transformation umzusetzen.

Auf unserer Webseite finden Sie Beispiele aus der Praxis dafür, wie die Handlungsempfehlungen und Maßnahmen bereits umgesetzt werden.

Wie lässt sich gemeinnützige Arbeit vor Ort fördern und gleichzeitig der CO₂-Fußabdruck verringern?
Die kostenlose Online-Plattform Repami vernetzt Reparatur‑Cafés, ehrenamtliche Werkstätten und Handwerksbetriebe in Berlin und Umgebung und stellt diese übersichtlich für Nutzer*innen dar. Dadurch können mehr Alltagsgegenstände repariert statt ersetzt werden – ein wichtiger Beitrag zur Ressourcenschonung und Abfallvermeidung. Repair-Cafés sind für Gleichstellung wichtig, weil sie die zeitintensive Care-Arbeit des Reparierens sichtbar machen und unterstützen – gerade vor dem Hintergrund, dass Frauen oft weniger verfügbare Zeit haben.

Wie kann Klimaneutralität geschlechtersensibel gestaltet und umgesetzt werden?
Der 5. Aktionsplan der Europäischen Charta für die Gleichstellung der Stadt Münster zeigt in 15 Maßnahmen, wie dies gelingen kann. So werden beispielsweise die Bedürfnisse von Sorgearbeitenden in der Mobilitätsplanung berücksichtigt. Zudem fließen spezifische Gesundheitsrisiken von Frauen und anderen Gruppen – etwa bei extremer Hitze – gezielt in die Maßnahmen ein.

Hier geht es zu diesen und weiteren Praxisbeispielen zum Vierten Gleichstellungsbericht.

12.-13.03.2026 | 36 Grad, und es wird noch heißer

Soziale Folgen des Klimawandels und Gegenstrategien

Datum: Donnerstag, 12. März und Freitag, 13 März 2026
Ort: München
Veranstalterin: Sozialverband VdK Bayern e.V.


 

Der fortschreitende Klimawandel stellt unsere Gesellschaft und jeden Einzelnen vor große Herausforderungen. Notwendig sind Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel als auch Strategien zum Umgang mit bereits eingetretenen und künftigen Klimawandelfolgen und -folgeschäden.

Auf seinem traditionellen Münchner Forum diskutierte der Sozialverband VdK Bayern am 12. und 13. März 2026 mit geschätzten und anerkannten Expert*innen die Essentialia sozialer Klimapolitik sowie soziale Gegenstrategien zu Klimawandelfolgen. Dabei wurde ebenso ein Blick auf den Zusammenhang von Klimagerechtigkeit und Geschlecht und auf konkrete Klimaschutzmaßnahmen vor Ort geworfen.

Jacqueline Melzer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bereichs Gleichstellungsberichte, referierte am Freitag ab 09.30 Uhr zum Vierten Gleichstellungsbericht und war abschließend an der Podiumsdiskussion „Klimawandelfolgen, Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit und Sozialstaatsdebatte“ beteiligt.

NEW: Summary of the Expert Opinion of the Fourth Gender Equality Report

The Fourth Gender Equality Report of the Federal Government “Gender Equality in the Socio-Ecological Transformation” addresses a highly topical issue: how the socio-ecological transformation can be shaped in a gender-equitable manner.

The new summary of the Fourth Gender Equality Report in English presents the key contents of the Expert Opinion in a concise form. The aim of the summary is to present the relevance of the topic and to provide insights into gender equality-related aspects of the fields of action examined in the Expert Opinion, as well as the corresponding recommendations for action.

The summary is available for download here.

 

 

26.02.2026 | Feministische Verkehrswende in Kommunen

Aus der FES-Reihe „Frauen Gestalten Kommune“: Feministische Verkehrswende – Mobilität für alle

Datum: Donnersag, 26. Februar 2026, 19 Uhr
Ort: online
Veranstalterin: Friedrich-Ebert-Stiftung


 

Unsere heutigen Verkehrsstrukturen orientieren sich vor allem an männlich geprägten Mobilitätsmustern: Der Fokus liegt auf linearen Pendelstrecken mit dem Auto – meist zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. Dabei geraten die vielfältigen Mobilitätsbedürfnisse vieler Menschen aus dem Blick: Wegeketten, die Kinderbetreuung, Einkäufe und Pflege miteinander verbinden, werden kaum mitgedacht. Auch Sicherheitsbedürfnisse und Barrierefreiheit spielen in der klassischen Verkehrspolitik eine untergeordnete Rolle.

Doch wie sähe Mobilität aus, wenn sie wirklich gerecht, inklusiv und nachhaltig gestaltet würde?

Die feministische Verkehrswende stellt genau diese Frage. Sie macht sichtbar, dass Mobilität mehr ist als Infrastruktur – sie ist eine Frage der Teilhabe:
Wer kann sich wann und wie bewegen? Wer wird benachteiligt? Und welche Strukturen stehen einer gerechten Mobilität im Weg?

Im Gespräch mit Pat Bohland wurde ein Blick auf feministische Perspektiven in der Verkehrspolitik geworfen – und warum sie kein Nischenthema, sondern ein zentraler Baustein für eine zukunftsfähige, soziale und klimagerechte Mobilität sind. Denn: Eine echte Verkehrswende gelingt nur, wenn sie feministisch gedacht wird.


Zur Veranstaltung auf der Webseite der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Zur Anmeldung.

Zur Publikation „Die Mobilitätswende ist feministisch“ von Pat Bohland im FES Impuls.

25.02.2026 | Online Lecture: Gender Equality Policy in Germany – How Gender Research leads to Gender Equality

Datum: Mittwoch, 25. Februar 2026, 17 Uhr
Ort: online
Veranstalterin: Pettenkofer School of Public Health der LMU München


Der Lehrstuhl für Public Health and Health Services Research bietet im Wintersemester 2025/26 erstmals die Online-Vorlesungsreihe „Sex and Gender in Public Health and Medicine“ an.

Sie vermittelt eine interdisziplinäre Einführung in zentrale Konzepte, Fragestellungen und methodische Ansätze der geschlechtersensiblen Gesundheitsforschung. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Zusammenspiel von biologischem und sozialem Geschlecht (Sex und Gender) und weiteren Dimensionen sozialer Ungleichheit in Bezug auf Gesundheit, Krankheit und medizinische Versorgung.

Dr. Katharina Jacke, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bereiches Gleichstellungsberichte, waram Mittwoch, dem 25. Februar, mit ihrem Vortrag „Gender Equality Policy in Germany – How Gender Research leads to Gender Equality“ Teil der Reihe und gab Einblicke in die Rolle der Geschlechterforschung für Gleichstellungspolitiken in Deutschland.


Zur Webseite der Vorlesungsreihe.

Zum Programm.

21.-22.01.2026 | 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung

Datum Zukunftsforum: Mittwoch, 21. Januar 2026, 12-18:30 Uhr / Donnerstag, 22. Januar 2026, 8:30-14:45 Uhr
Ort: City Cube Berlin, Messedamm 26, 14055 Berlin
Veranstalterin: Bundesministerium für Landschaft, Ernährung und Heimat


 

Mit dem Zukunftsforum Ländliche Entwicklung bietet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) seit 2008 eine Plattform für Diskussion, Austausch und Vernetzung.

Das 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung im Januar 2026 widmete sich dem Thema: Flächen und Gebäude in ländlichen Räumen klug nutzen – Heimat gemeinsam gestalten. In 31 Fachforen und einem Markt der Möglichkeiten ging es darum, wie ländliche Räume attraktiv und zukunftsfähig gestaltet werden können.


 

Auch wir waren dabei: Gemeinsam mit dem Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv) und der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) gestalteten wir ein Fachforum mit dem Titel:

Fachforum „Zukunft braucht neue Räume – wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt“

Antifeministische Angriffe nehmen zu: 2024 wurden in Deutschland mehr als zehn gegen Frauen gerichtete Vorfälle pro Woche dokumentiert – von Bedrohungen über Sachbeschädigungen bis hin zu Gewalt. Frauen sollen durch solche Angriffe mundtot und unsichtbar gemacht werden. Vor allem durch Shitstorms und sexistische Posts und Kommentare.

Diese Entwicklung setzt zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend unter Druck, insbesondere weibliches Ehrenamt. Wie können Räume geschaffen und gesichert werden, die Frauen stärken statt abzuschrecken? Und welche Rolle spielen Kommunen, Zivilgesellschaft und Politik dabei, sichere und frei zugängliche Ort für Frauen zu erhalten und weiterzuentwickeln, da gerade in ländlichen Regionen oft Rückzugsräume und Unterstützungsstrukturen fehlen?

Diese Herausforderung stand im Mittelpunkt einer Diskussion auf dem 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung, zu der der Bereich Gleichstellungsberichte der Bundesstiftung Gleichstellung, die BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen sowie der Deutsche Landfrauenverband (dlv) eingeladen hatten.

Deutlich wurde: Antifeminismus ist kein Randphänomen, sondern wirkt gezielt in demokratische Strukturen hinein. Darauf wies Sabine Herberth, Leiterin der Fachstelle für Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, hin. Antifeminismus sei keine Kritik an einzelnen feministischen Positionen, sondern eine politische Haltung und Mobilisierungsstrategie, die Gleichstellung, sexuelle Selbstbestimmung und Vielfalt delegitimiert.

Den wissenschaftlichen Blick ergänzte Prof. Dr. Brigitte Wotha, Sachverständige für den Vierten Gleichstellungsbericht. Sie stellte Ergebnisse aus dem Vierten Gleichstellungsbericht „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ vor und verwies auf erfolgreiche Beispiele geschlechtergerechter Regionalentwicklung, in denen multifunktionale Räume kürzere Wege ermöglichen, die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit verbessern und Vernetzung sowie Mitgestaltung stärken.

Auf dem Podium diskutierten Petra Bentkämper, Präsidentin des dlv, Anna Drosdowska, Vorständin von Wir Sind Fella e. V., Elke Quandt, kommunalpolitische Multiplikatorin des Projekts Frauen.Vielfalt.Politik, sowie Prof. Dr. Brigitte Wotha. Moderiert wurde die Veranstaltung von Katja Henze, Bundessprecherin der BAG, und Sarah Koops, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des dlv.

Klarer Appell an die Politik: Verlässliche Finanzierung, ausreichende Zeitressourcen und Gleichstellung als verbindliche Querschnittsaufgabe sind Voraussetzung dafür, dass weibliches Engagement – gerade im ländlichen Raum – wirksam und sichtbar bleibt.


 

Die Aufzeichnung des Fachforums „Zukunft braucht neue Räume – wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt“ ist demnächst online abrufbar: www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de.

 

Weiterführende Links

Jetzt NEU: Der Vierte Gleichstellungs-Bericht in Leichter Sprache

Der Vierte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung zeigt, was die Politik tun muss, um den Wandel zu mehr Klimaschutz und Klimaanpassung für alle Menschen gerecht zu gestalten.

Die neue Broschüre greift alle Themen des Gutachtens in Leichter Sprache auf und stellt die zentralen Ergebnisse vor. Die Themen sind: Landwirtschaft, Planung der Städte, Verkehrsplanung, Wohnen, Ernährung, Zeit, weniger Dinge wegwerfen, Gesundheit, Arbeitsmarkt, Geld für Klimaschutz und Gleichstellung sowie Energie. Die Broschüre zeigt, warum das Thema für Geschlechtergerechtigkeit wichtig ist und untermalt die Themen mit anschaulichen Bildern.

Die Broschüre trägt so dazu bei, die wichtigen Themen des Gutachtens „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ für alle Menschen zugänglich zu machen.

 

 

 

 

Hier geht es zum Bericht in Leichter Sprache Hier geht es zur Unterseite „Leichte Sprache“

Jetzt NEU: Kurzfassung des Vierten Gleichstellungsberichts

Der Vierte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ befasst sich mit einem hoch aktuellen Thema: nämlich damit, wie die sozial-ökologische Transformation geschlechtergerecht gestaltet werden kann.

Die neue Kurzfassung des Vierten Gleichstellungsberichts gibt die wesentlichen Inhalte des Gutachtens der Sachverständigen in kompakter Form wieder. Ziel der Kurzfassung ist es, in die Relevanz des Themas einzuführen und einen Einblick in gleichstellungsrelevante Aspekte der im Gutachten untersuchten Handlungsfelder und Handlungsempfehlungen zu geben.

Die Broschüre steht hier zum Download zur Verfügung. Sie können bei uns auch eine gedruckte Version der Kurzfassung bestellen. Senden Sie dazu bitte eine E-Mail an gleichstellungsbericht@bundesstiftung-gleichstellung.de.

 

24.11.2025 | Webinar: Caring Cities – Caring Communities

6. Webinar des GenderArchland-Netzwerk: Caring Cities – Caring Communities aus räumlicher Sicht – Teil 2

Datum: Montag, 24. November 2025, 17:00 bis 19:15 Uhr
Ort: Online
Veranstalterin: GenderArchland

Die Veranstatung wurde in Fortsetzung des 4. Webinars vom November 2024 zum Thema „Caring Cities – Caring Communities aus räumlicher Sicht“ durchgeführt. Es fand am 24. November 2025 von 17:00 bis 19:15 Uhr statt.

Diesmal stand die räumliche Perspektive ebenso wie die planerische Umsetzung des Caring Konzepts im Mittelpunkt. Nach einer kurzen Einführung von Barbara Zibell ins Thema „Care-Arbeit räumlich denken“ referierten:

  1. Francesca Göppner und Doris Damyanovic aus der Masterthesis  „What makes a Caring City?“ zum Fallbeispiel Stadterweiterung Wien Aspern
  2. Anne Keiffenheim und Sarah Bauer aus ihrer Masterthesis  „Die emanzipierte Stadt – (k)eine Utopie?“ zum Fallbeispiel City Center Leverkusen
  3. Ines Lüder aus ihrem Seminar an der HAWK  „Wege zur Caring City“ zum Fallbeispiel Stadtquartiere in Hildesheim

17.11.2025 | Fachtagung des BMBFSFJ zum Vierten Gleichstellungsbericht

Was haben Politikfelder wie Energieerzeugung, Bauen und Wohnen, Mobilität, Stadtplanung, Ernährung, Landwirtschaft oder Gesundheit mit Geschlecht zu tun? Wie können angesichts des Klimawandels dringend notwendige ökologische und gesellschaftliche Veränderungen geschlechtergerecht realisiert werden?

Darüber diskutierten am 17. November über 100 Teilnehmende der Fachtagung zum Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte zu dieser Tagung Expert*innen aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft in das Konferenzzentrum in der Mauerstraße nach Berlin eingeladen.

Eröffnet wurde die Tagung durch die Staatssekretärin im BMBFSFJ, Dr. Petra Bahr. Sie wies darauf hin, dass die sozial-ökologische Transformation unser Leben von Grund auf verändere. Das betreffe die Art und Weise, wie wir arbeiten, wie wir bauen und wohnen, wie wir uns fortbewegen und was wir essen. Dabei zeige der Vierte Gleichstellungsbericht, dass jeder Aspekt der Klimakrise, jeder Baustein der sozial-ökologischen Transformation geschlechterrelevant ist. Ein Beispiel dafür sei die Verkehrsplanung, die autogerechte Infrastrukturen und Wege zur Arbeit bevorzugt, aber Eltern bei ihren Rad- oder Fußwegen vernachlässigt.

„Mit der sozial-ökologischen Transformation widmet sich der Vierte Gleichstellungsbericht einem wichtigen Zukunftsthema. Der Klimawandel trifft Frauen, einkommensarme und andere strukturell benachteiligte Menschen besonders hart. Der Bericht zeigt: alle Politikfelder brauchen einen schärferen Blick auf Gleichstellungsfragen. Nur so sind gerechte Chancen, gleiche Zugänge zur Verbesserung der Lebenslage und faire Teilhabe mehr als ein Lippenbekenntnis. Der Vierte Gleichstellungsbericht gibt gute Hinweise darauf, was auf dem Weg dahin schon erreicht und was noch zu tun ist.“ – Dr. Petra Bahr 

Dr. Ulrike Spangenberg, Leiterin des Bereichs Gleichstellungsberichte in der Bundesstiftung Gleichstellung, führte in einem Keynote-Vortrag in den Vierten Gleichstellungsbericht ein. Sie stellte die besondere Rolle und Verantwortung des Staates für gleichstellungsorientierte sozial-ökologische Transformationsprozesse heraus. Die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung der Geschlechter, das Sozialstaatsprinzip und die Verpflichtung des Staates, die Klimaziele einzuhalten, verpflichte den Staat, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehöre zum Beispiel ein klimafreundlicher und bedarfsgerechter öffentlicher Nahverkehr oder aber gleichstellungsgerechte Förderprogramme für Sanierungen im Gebäudebestand.

„Um die Klimaziele einzuhalten, ist ein Wandel unserer Lebens- und Wirtschaftsweisen erforderlich. Die Verantwortung dafür darf jedoch nicht individualisiert werden. Vielmehr ist der Staat gefordert und verfassungsrechtlich verpflichtet, für strukturelle Rahmenbedingungen zu sorgen, die allen Menschen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Einkommen ein klimafreundliches Verhalten ermöglichen.“ – Dr. Ulrike Spangenberg

In insgesamt zehn Workshops wurden die einzelnen Handlungsfelder und zahlreiche Handlungsempfehlungen des Vierten Gleichstellungsberichts diskutiert. Zum Beispiel die Einführung eines Bundesmobilitätsgesetzes, das Klimaschutz und Geschlechtergerechtigkeit als wesentliche Ziele berücksichtigt, oder regionale Projekte zur Kreislaufwirtschaft, die direkt an den Alltagserfahrungen der Menschen ansetzen. Zudem wurde das Instrument des Gleichstellungs-Checks anhand des Klimaanpassungsgesetzes vorgestellt und es ging darum, wie Kommunen geschlechtersensibel zur Energiewende beraten können.

Thema des abschließenden Podiums war die Transformation des Arbeitsmarktes mit Blick auf Geschlechterverhältnisse und Klimawandel. Dr. Peter Bleses vom Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen und der Arbeitnehmerkammer Bremen sowie Mitglied in der Sachverständigenkommission des Vierten Gleichstellungsbericht, Monika von Palubicki vom Deutschen Frauenrat, Olivia Trager von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Anja Weusthoff von den DGB-Frauen diskutierten über Arbeitsplatzverluste in der Industrie, die Aufwertung von Dienstleistungsberufen, Arbeitszeitverkürzungen und Tarifbindung.

Wir danken allen Mitwirkenden für die gelungene Veranstaltung.

Gleichstellung im Arbeitsmarkt: Herausforderungen der sozial-ökologischen Transformation | WSI-Blog

Eine gerechte Transformation gelingt nur, wenn soziale Dienstleistungen gestärkt und ihre Arbeitsbedingungen verbessert werden.

Die sozial-ökologische Transformation ist eine doppelte Herausforderung: Einerseits muss der ökologische Umbau insgesamt realisiert werden, zudem muss dieser Umbau sozial gerecht gestaltet werden. Dabei ist die Geschlechtergerechtigkeit eine zentrale Dimension.

In ihrem Beitrag für den Blog des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) analysieren die Sachverständigen für den Vierten Gleichstellungsbericht Dr. Silke Bothfeld und Dr. Peter Bleses die Herausforderungen der sozial-ökologischen Transformation und verdeutlichen die zentrale Bedeutung des Arbeitsmarktes – insbesondere der sozialen Dienstleistungen.

„Der Arbeitsmarkt ist einer der Dreh- und Angelpunkte für das Gelingen einer (geschlechter-)gerechten ökologischen Transformation. Neben den großen Fragen, wie wir unseren Ressourcen- und Energieverbrauch neu justieren können, müssen wir auch Lösungen entwickeln, wie wir die Folgen dieses – nach der Mechanisierung, Industrialisierung und der Automatisierung und Digitalisierung erneuten – strukturellen Wandels des Arbeitsmarkts gestalten wollen. Im Sachverständigengutachten zum Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung haben wir die Folgen der sozial-ökologischen Transformation für das Geschlechterverhältnis im deutschen Arbeitsmarkt untersucht. Unsere Erkenntnis: Wollen wir Gleichheit und Gerechtigkeit stärken, müssen wir sehr viel ‚tiefer‘ ansetzen, als wir uns bislang vorgestellt haben.“

 

Hier geht es zum Artikel auf der Webseite des WSI.

 

LABOR.A® 2025 – Geschlechtergerechte sozial-ökologische Transformation auf dem Arbeitsmarkt geht anders

Session auf der LABOR.A® 2025

Auf der diesjährigen LABOR.A® am 01.10.2025 nahm der Bereich Gleichstellungsberichte der Bundesstiftung Gleichstellung mit einer eigenen Session unter dem Titel „Geschlechtergerechte sozial-ökologische Transformation auf dem Arbeitsmarkt geht anders“.

Das Video der Session ist nun online auf der Seite der LABOR.A® abzurufen.

Teaser: Der Vierte Gleichstellungsbericht sieht die Gefahr, dass geschlechterbezogene strukturelle Ungleichheiten durch industrie- und technikzentrierte Transformationsstrategien verschärft werden. Im Fokus öffentlicher Debatten und staatlicher Maßnahmen stehen in erster Linie männerdominierte Branchen, wie die Strom-, Stahl- oder Automobilindustrie. Auswirkungen auf die Gleichstellung der Geschlechter in der Belegschaft werden kaum berücksichtigt. Soziale, oft frauendominierte, Dienstleistungen, etwa im Bereich von Bildung und Erziehung werden oft ganz vernachlässigt.

Wir nennen konkrete Gestaltungsansätze, wie wir aus einem verengten in ein weites Transformationsverständnis kommen: Gleichstellungsorientierte Ziele werden integraler Bestandteil der Umstellungsprozesse in emissionsintensiven Wirtschaftsbereichen. Gesellschaftlich notwendige Dienstleistungen werden als Game Changer anerkannt, weil Bildung, Erziehung und Soziales erst die Voraussetzungen für eine gelingende Transformation schaffen.

Referentinnen: Dr. Dorothea Voss, wissenschaftliche Leiterin am Institut Arbeit und Qualifikation; Dr. Zeynep Nettekoven, Dozentin für Wirtschaftswissenschaften an der Europäischen Akademie der Arbeit in der Universität Frankfurt am Main; Stefanie Geyer, Ressortleiterin Frauen und Gleichstellung IG Metall

Moderatorin: Dr. Ulrike Spangenberg, Leitung Bereich Gleichstellungsberichte der Bundesstiftung Gleichstellung

Zu weiteren Informationen auf der Webseite der LABOR.A® 2025.