Positionspapier zu Forschungsförderung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien – GENAU*T
„In der Forschungsförderung im Bereich der sozial-ökologischen Transformation sollten Gleichstellungsaspekte in die entsprechenden Förderrichtlinien als verbindliche Kriterien und Anforderungen aufgenommen werden. “
- Foto: Hanna Börm, Heidi Scherm
Diese Forderung greift nun die Arbeitsgemeinschaft Gender, Nachhaltigkeit, Umwelt und Transformation (GENAU*T) in der Fachgesellschaft Geschlechterstudien auf. Sie veröffentlichte im Juni ihr Positionspapier für eine stärkere Integration von Gender- und Ungleichheitsperspektiven in der nachhaltigkeitsbezogenen Forschungspolitik. Daran mitgearbeitet haben Ulrike Röhr und Prof. Dr. Brigitte Wotha, Mitglieder der Sachverständigenkommission des Vierten Gleichstellungsberichts.
Ausgangspunkt für das Positionspapier ist, dass Fragen sozialer Ungleichheit, Geschlechterverhältnisse und intersektionaler Betroffenheiten trotz ihrer hohen Relevanz für gesellschaftliche Transformationsprozesse bislang nur unzureichend in der Forschungsförderung berücksichtigt werden. Vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen droht ein weiterer Bedeutungsverlust. Im Mittelpunkt des Positionspapiers stehen daher Empfehlungen zur systematischen Berücksichtigung von Geschlechter- und Ungleichheitsperspektiven in Förderlinien, Begutachtungsverfahren und Forschungsdesigns.
Die Berücksichtigung von Geschlechter- und Ungleichheitsperspektiven kann einen Beitrag zu Chancengerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe leisten. Gleichzeitig stärkt sie die wissenschaftliche Qualität, Präzision, Aussagekraft und gesellschaftliche Relevanz von Nachhaltigkeitsforschung.
Auch die Expertise zum Vierten Gleichstellungsbericht „Die Gleichzeitigkeit von Anthropozentrismus und
Androzentrismus im Kontext der technikfixierten Bearbeitung der sozial-ökologischen Krise“ zeigt deutlich, wie sehr sich die aktuellen Forschungsprogramme auf hochtechnologische Lösungen fokussieren. Dabei werden gesellschaftliche und insbesondere gleichstellungsrelevante Aspekte, wie die Auswirkung auf Sorgearbeit, vernachlässigt.
Zur Unterschriftensammlung zum Positionspapier
Zur Expertise zum Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung: „Die Gleichzeitigkeit von Anthropozentrismus und Androzentrismus im Kontext der technikfixierten Bearbeitung der sozial-ökologischen Krise„ von Michelle Geiter, Daniela Gottschlich, Lina Hansen, Laura Ortloff, Andrea Vetter