21.-22.01.2026 | 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung

  • Vierter Gleichstellungsbericht
  • Veranstaltungen
30.01.2026

Datum Zukunftsforum: Mittwoch, 21. Januar 2026, 12-18:30 Uhr / Donnerstag, 22. Januar 2026, 8:30-14:45 Uhr
Ort: City Cube Berlin, Messedamm 26, 14055 Berlin
Veranstalterin: Bundesministerium für Landschaft, Ernährung und Heimat


 

Mit dem Zukunftsforum Ländliche Entwicklung bietet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) seit 2008 eine Plattform für Diskussion, Austausch und Vernetzung.

Das 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung im Januar 2026 widmete sich dem Thema: Flächen und Gebäude in ländlichen Räumen klug nutzen – Heimat gemeinsam gestalten. In 31 Fachforen und einem Markt der Möglichkeiten ging es darum, wie ländliche Räume attraktiv und zukunftsfähig gestaltet werden können.


 

Auch wir waren dabei: Gemeinsam mit dem Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv) und der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) gestalteten wir ein Fachforum mit dem Titel:

Fachforum „Zukunft braucht neue Räume – wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt“

Antifeministische Angriffe nehmen zu: 2024 wurden in Deutschland mehr als zehn gegen Frauen gerichtete Vorfälle pro Woche dokumentiert – von Bedrohungen über Sachbeschädigungen bis hin zu Gewalt. Frauen sollen durch solche Angriffe mundtot und unsichtbar gemacht werden. Vor allem durch Shitstorms und sexistische Posts und Kommentare.

Diese Entwicklung setzt zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend unter Druck, insbesondere weibliches Ehrenamt. Wie können Räume geschaffen und gesichert werden, die Frauen stärken statt abzuschrecken? Und welche Rolle spielen Kommunen, Zivilgesellschaft und Politik dabei, sichere und frei zugängliche Ort für Frauen zu erhalten und weiterzuentwickeln, da gerade in ländlichen Regionen oft Rückzugsräume und Unterstützungsstrukturen fehlen?

Diese Herausforderung stand im Mittelpunkt einer Diskussion auf dem 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung, zu der der Bereich Gleichstellungsberichte der Bundesstiftung Gleichstellung, die BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen sowie der Deutsche Landfrauenverband (dlv) eingeladen hatten.

Deutlich wurde: Antifeminismus ist kein Randphänomen, sondern wirkt gezielt in demokratische Strukturen hinein. Darauf wies Sabine Herberth, Leiterin der Fachstelle für Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, hin. Antifeminismus sei keine Kritik an einzelnen feministischen Positionen, sondern eine politische Haltung und Mobilisierungsstrategie, die Gleichstellung, sexuelle Selbstbestimmung und Vielfalt delegitimiert.

Den wissenschaftlichen Blick ergänzte Prof. Dr. Brigitte Wotha, Sachverständige für den Vierten Gleichstellungsbericht. Sie stellte Ergebnisse aus dem Vierten Gleichstellungsbericht „Gleichstellung in der sozial-ökologischen Transformation“ vor und verwies auf erfolgreiche Beispiele geschlechtergerechter Regionalentwicklung, in denen multifunktionale Räume kürzere Wege ermöglichen, die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit verbessern und Vernetzung sowie Mitgestaltung stärken.

Auf dem Podium diskutierten Petra Bentkämper, Präsidentin des dlv, Anna Drosdowska, Vorständin von Wir Sind Fella e. V., Elke Quandt, kommunalpolitische Multiplikatorin des Projekts Frauen.Vielfalt.Politik, sowie Prof. Dr. Brigitte Wotha. Moderiert wurde die Veranstaltung von Katja Henze, Bundessprecherin der BAG, und Sarah Koops, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des dlv.

Klarer Appell an die Politik: Verlässliche Finanzierung, ausreichende Zeitressourcen und Gleichstellung als verbindliche Querschnittsaufgabe sind Voraussetzung dafür, dass weibliches Engagement – gerade im ländlichen Raum – wirksam und sichtbar bleibt.


 

Die Aufzeichnung des Fachforums „Zukunft braucht neue Räume – wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt“ ist demnächst online abrufbar: www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de.