17.11.2025 | Fachtagung des BMBFSFJ zum Vierten Gleichstellungsbericht
- Foto: Felix Zahn/photothek.de
- Rechte: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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Was haben Politikfelder wie Energieerzeugung, Bauen und Wohnen, Mobilität, Stadtplanung, Ernährung, Landwirtschaft oder Gesundheit mit Geschlecht zu tun? Wie können angesichts des Klimawandels dringend notwendige ökologische und gesellschaftliche Veränderungen geschlechtergerecht realisiert werden?
Darüber diskutierten am 17. November über 100 Teilnehmende der Fachtagung zum Vierten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte zu dieser Tagung Expert*innen aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft in das Konferenzzentrum in der Mauerstraße nach Berlin eingeladen.
Eröffnet wurde die Tagung durch die Staatssekretärin im BMBFSFJ, Dr. Petra Bahr. Sie wies darauf hin, dass die sozial-ökologische Transformation unser Leben von Grund auf verändere. Das betreffe die Art und Weise, wie wir arbeiten, wie wir bauen und wohnen, wie wir uns fortbewegen und was wir essen. Dabei zeige der Vierte Gleichstellungsbericht, dass jeder Aspekt der Klimakrise, jeder Baustein der sozial-ökologischen Transformation geschlechterrelevant ist. Ein Beispiel dafür sei die Verkehrsplanung, die autogerechte Infrastrukturen und Wege zur Arbeit bevorzugt, aber Eltern bei ihren Rad- oder Fußwegen vernachlässigt.
„Mit der sozial-ökologischen Transformation widmet sich der Vierte Gleichstellungsbericht einem wichtigen Zukunftsthema. Der Klimawandel trifft Frauen, einkommensarme und andere strukturell benachteiligte Menschen besonders hart. Der Bericht zeigt: alle Politikfelder brauchen einen schärferen Blick auf Gleichstellungsfragen. Nur so sind gerechte Chancen, gleiche Zugänge zur Verbesserung der Lebenslage und faire Teilhabe mehr als ein Lippenbekenntnis. Der Vierte Gleichstellungsbericht gibt gute Hinweise darauf, was auf dem Weg dahin schon erreicht und was noch zu tun ist.“ – Dr. Petra Bahr
Dr. Ulrike Spangenberg, Leiterin des Bereichs Gleichstellungsberichte in der Bundesstiftung Gleichstellung, führte in einem Keynote-Vortrag in den Vierten Gleichstellungsbericht ein. Sie stellte die besondere Rolle und Verantwortung des Staates für gleichstellungsorientierte sozial-ökologische Transformationsprozesse heraus. Die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung der Geschlechter, das Sozialstaatsprinzip und die Verpflichtung des Staates, die Klimaziele einzuhalten, verpflichte den Staat, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehöre zum Beispiel ein klimafreundlicher und bedarfsgerechter öffentlicher Nahverkehr oder aber gleichstellungsgerechte Förderprogramme für Sanierungen im Gebäudebestand.
„Um die Klimaziele einzuhalten, ist ein Wandel unserer Lebens- und Wirtschaftsweisen erforderlich. Die Verantwortung dafür darf jedoch nicht individualisiert werden. Vielmehr ist der Staat gefordert und verfassungsrechtlich verpflichtet, für strukturelle Rahmenbedingungen zu sorgen, die allen Menschen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Einkommen ein klimafreundliches Verhalten ermöglichen.“ – Dr. Ulrike Spangenberg
In insgesamt zehn Workshops wurden die einzelnen Handlungsfelder und zahlreiche Handlungsempfehlungen des Vierten Gleichstellungsberichts diskutiert. Zum Beispiel die Einführung eines Bundesmobilitätsgesetzes, das Klimaschutz und Geschlechtergerechtigkeit als wesentliche Ziele berücksichtigt, oder regionale Projekte zur Kreislaufwirtschaft, die direkt an den Alltagserfahrungen der Menschen ansetzen. Zudem wurde das Instrument des Gleichstellungs-Checks anhand des Klimaanpassungsgesetzes vorgestellt und es ging darum, wie Kommunen geschlechtersensibel zur Energiewende beraten können.
Thema des abschließenden Podiums war die Transformation des Arbeitsmarktes mit Blick auf Geschlechterverhältnisse und Klimawandel. Dr. Peter Bleses vom Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen und der Arbeitnehmerkammer Bremen sowie Mitglied in der Sachverständigenkommission des Vierten Gleichstellungsbericht, Monika von Palubicki vom Deutschen Frauenrat, Olivia Trager von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Anja Weusthoff von den DGB-Frauen diskutierten über Arbeitsplatzverluste in der Industrie, die Aufwertung von Dienstleistungsberufen, Arbeitszeitverkürzungen und Tarifbindung.
Wir danken allen Mitwirkenden für die gelungene Veranstaltung.
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09:00 Uhr – Akkreditierung
10:00 Uhr – Begrüßung und Einführung
10:05 Uhr – Grußwort (Dr. Petra Bahr, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
10:15 Uhr – Vorstellung des Vierten Gleichstellungsberichts (Dr. Ulrike Spangenberg, Leiterin Gleichstellungsberichte bei der Bundesstiftung Gleichstellung)
11:00 Uhr – Pause für Raumwechsel
11:15 Uhr – Workshoprunde I
12:30 Uhr – Mittagspause
13:15 Uhr – Workshoprunde II
14:30 Uhr – Kaffeepause
14:45 Uhr – Podiumsdiskussion (mit Dr. Peter Bleses, Anja Weusthoff, Monika von Palubicki und Olivia Trager)
16:00 Uhr – Verabschiedung und Ausklang
Detailliertes Programm der Fachtagung Vierter Gleichstellungsbericht
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Folgende Präsentationen stehen Ihnen als PDF zum Download zur Verfügung. Weitere Präsentationen der Veranstaltung sind angefragt und werden in Kürze bereitgestellt.
Eingangsvortrag zum Vierten Gleichstellungsbericht | Dr. Ulrike Spangenberg – 6.072 KB, PDF ist nicht barrierefrei
Workshop 2 | Die doppelte Herausforderung der Arbeitsmarktpolitik in der sozial-ökologischen Transformation | Dr. Peter Bleses und Dr. Johanna Storck – 1.056 KB, PDF ist nicht barrierefrei
Workshop 2 | Closing Gender Gaps: Die Bremer Landesstrategie Gendergerechtigkeit im Erwerbsleben und Entgeltgleichheit | Dr. Aenne Dunker – 383 KB, PDF ist nicht barrierefrei
Workshop 3 | Wärmewende geschlechtergerecht gestalten | Immanuel Stieß – 492 KB, PDF ist nicht barrierefrei
Workshop 4 | Gleichstellungs-Check in der Praxis: Wie Folgenabschätzung in klimarelevanter Gesetzgebung funktionieren kann | Dr.Regina Frey und Dr. Ulrike Spangenberg – 676 KB, PDF ist nicht barrierefrei
Workshop 5 | Transformation gerecht gestalten: Gender, Klima und Stadtentwicklung in der Praxis | Dr. Mary Dellenbaugh-Losse – 5.941 KB, PDF ist nicht barrierefrei
Workshop 6 | „Gender und Mobilität“ | Dr. Katharina Jacke und Dipl.-Ing. Gisela Stete – 1.565 KB, PDF ist nicht barrierefrei
Workshop 7 | Zukunft gestalten – Kommunen als Motor der sozial-ökologischen Transformation | Katja Henze und Sira Eberlin – 3.495 KB, PDF ist nicht barrierefrei
Workshop 8 | Die Genderstrategie der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) – Impulse für nationale Vorhaben | Esther Zippel, Josephine Bürgel und Philipp Jäger – 2.428 KB, PDF ist nicht barrierefrei
Workshop 9 | Strom – (M)macht – Gleichstellung: Energiewende geschlechtergerecht gestalten | Ulrike Röhr – 2.056 KB, PDF ist nicht barrierefrei
Workshop 10 | Umweltschädliche Steuervergünstigungen und ihre geschlechterspezifischen Wirkungen | Sabrina Greifoner – 398 KB, PDF ist nicht barrierefrei
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Wie kann Gleichstellung als Querschnittsaufgabe in allen Maßnahmen des gesellschaftlichen Wandels verankert werden? Diese Frage diskutierte Dr. Petra Bahr bei der Fachtagung zum Vierten Gleichstellungsbericht am 17. November.